17. März 2019 - 12:13 / Aktuell 
17. März 2019

Schwerer Schlag für die internationale Kunstszene: Der Chef der Documenta 11 und Leiter der Biennale Venedig 2015, Okwui Enwezor, ist am Freitag 55-jährig in München einem Krebsleiden erlegen. Der 1963 in Calabar in Nigeria geborene Kunstexperte hat wesentlich dazu beitgetragen, die US-amerikanische und europäische Festung im Kunstbetrieb zugunsten der Länder Afrikas und Asiens aufzubrechen.

Zuletzt (seit 2011) war Enwezor Direktor des renommierten Hauses der Kunst in München, musste aber von seinem dortigen Chefposten aufgrund seiner Krankheit im vergangenen Jahr zurücktreten.

Enwezor hatte in New York Literatur und Politologie studiert. 1993 gründete er Nka, das auf afrikanische Kunst spezialisierte Journal of Contemporary African Art. 1996 kuratierte er für das New Yorker Guggenheim-Museum eine Ausstellung über afrikanische Fotografie, 1996/97 leitete er die Johannesburg-Biennale. 2001 war in der Münchner Villa Stuck eine von ihm gestaltete Schau über afrikanische Befreiungsbewegungen zu sehen. International berühmt wurde er dann 2002, als er als erster Nichteuropäer die Documenta 11 in Kassel kuratierte und dann 2015, als er der Biennale von Venedig vorstand.



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Okwui Enwezor im Jahre 2019 (Bild: Wikipedia/Andrew Russeth/ CCO)
Okwui Enwezor im Jahre 2019 (Bild: Wikipedia/Andrew Russeth/ CCO)