Eröffnung der Erwin-Wurm-Ausstellung im Flatz Museum

Im Beisein zahlreicher Gäste wurde am 20. Februar im Flatz Museum – Zentrum für Photographie die Ausstellung „Über das Absurde | Erwin Wurm – Photographic Sculptures“ eröffnet. Das Museum war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Gäste aus Kunst, Kultur, Politik und Gesellschaft nutzten die Gelegenheit, um die neue Ausstellung zu sehen. Der Künstler Erwin Wurm war bei der Vernissage anwesend.

Kulturamtsleiterin Christiane Zaunbauer eröffnete den Abend und wies auf die Bedeutung der Ausstellung für die Positionierung des Flatz Museums – Zentrum für Photographie hin. In seinen Grußworten betonte Bürgermeister Markus Fäßler: „Mit Erwin Wurm zeigt Dornbirn einen Künstler von internationalem Interesse. Seine Arbeiten fordern dazu auf, Gewohntes neu zu betrachten und scheinbar Selbstverständliches infrage zu stellen.“ Kulturstadtrat Valentin Sottopietra ergänzte: „Sein Humor ist nie nur oberflächlich. Oft lachen wir – und merken im nächsten Moment, dass hinter dem Witz eine präzise gesellschaftliche Beobachtung steckt. Diese Verbindung von Ironie, Leichtigkeit und Kritik macht seine Arbeiten so stark und so aktuell.“

Kurator Dr. Gerald Matt ordnete das Werk kunsthistorisch ein und verwies auf Erwin Wurms kontinuierliche Verschiebung der Grenzen zwischen Objekt, Handlung und Bild. Seit den 1980er-Jahren erforscht der Künstler das Skulpturale als zeitlich begrenzten Zustand. Die Fotografie fungiert dabei nicht nur als Dokumentation, sondern als eigenständiges Medium, das den ephemeren Charakter der skulpturalen Handlung in ein dauerhaftes Bild überführt. Wurm spricht in diesem Zusammenhang von Photographic Sculptures.

Gezeigt werden frühe Arbeiten wie „The Private Version”, Serien wie „Instruction for Idleness” sowie zentrale Werkgruppen der „One Minute Sculptures”. In diesen präzise formulierten Handlungsanweisungen wird der menschliche Körper selbst zur temporären Skulptur. Alltägliche Gegenstände – Kleidungsstücke, Möbel, einfache Gebrauchsobjekte – treten in ungewohnte Konstellationen, Körper verharren in irritierenden Posen. Die scheinbare Absurdität dieser Situationen entfaltet eine doppelte Wirkung: Sie erzeugt Humor und verweist zugleich auf gesellschaftliche Normierungen sowie auf Fragen von Identität, Anpassung und Selbstwahrnehmung.

„Über das Absurde | Erwin Wurm – Photographic Sculptures“ ist noch bis zum 30. Mai 2026 zu sehen.