23. Mai 2019 - 4:35 / Ausstellung 
26. Mai 2019 3. November 2019

Der international renommierte deutsche Künstler und Drechsler Ernst Gamperl arbeitet seit jeher mit Holz von uralten Bäumen, die Jahrzehnte und Jahrhunderte in der Natur wuchsen und unverwechselbare Charaktermerkmale entwickelten. Technisch oft an der Grenze des Machbaren, schafft Gamperl daraus raumfüllende Holzskulpturen in einer einmaligen gestalterischen Qualität.

Im Gewerbemuseum Winterthur zeigt er nun erstmals sein einzigartiges Ensemble aus Gefässen und Objekten, die im Rahmen seines «Lebensbaum-Projektes» seit zehn Jahren entstehen – alle sind sie aus dem Holz einer rund 230 Jahre alten, gigantisch grossen Eiche entstanden, die 2008 von einem Orkan entwurzelt wurde.

Holz ist die grosse Leidenschaft des international renommierten deutschen Künstlers und Drechslers Ernst Gamperl (*1965). Mit einer faszinierenden Methode gestaltet er aus grünem Holz Skulpturen, bei denen er auf raffinierte Weise den natürlichen Trocknungsprozess in die Formgebung der Stücke einbezieht. Gamperl hat die Technik des Drechselns revolutioniert und er hat damit zu völlig neuen Massstäben in diesem Handwerk beigetragen.

Er interessiert sich vor allem für den Dialog mit dem lebendigen Material, für die kraftvolle Form und die Qualität des Unvorhersehbaren. So werden auch Risse und Bruchstellen, Äste und Unregelmässigkeiten bewusst und kontrolliert in die Gestaltung integriert. Gleichzeitig sind die Bearbeitung des Holzes mit unterschiedlichen Dreheisen im rotierenden Verlauf auf der Drehbank sowie das Bürsten und Einfärben der Oberflächen weitere Merkmale, die Ernst Gamperl ständig zu perfektionieren weiss.

Technisch oft an der Grenze des Machbaren, schafft der Holzkünstler raumfüllende Skulpturen in einer einmaligen gestalterischen Qualität. Dabei steht jedoch immer der Werkstoff im Mittelpunkt. Gamperl ist überzeugt, dass es das Material an sich ist, das jedes einzelne von ihm geschaffene Objekt zu dem macht, was es ist. So sind es die Kräfte, die während Jahrhunderten auf einen Baum eingewirkt und dessen Wachstum beeinflusst haben, die im Wesentlichen den Ausdruck seiner kunstvollen Gefässe bestimmen.

Nach weltweit vielbeachteten Ausstellungen, die in den letzten Jahren vor allem auch in Japan und Korea auf grosse Resonanz stiessen, zeigt nun das Gewerbemuseum Winterthur erstmals Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt». In einem zehn Jahre währenden Arbeitsprozess verwandelte Gamperl eine riesige, ungefähr 230 Jahre alte, von einem Orkan entwurzelte Eiche in ein einzigartiges Ensemble aus vielfältig geformten Gefässen und Objekten. Ausserdem geben in der Ausstellung Fotografien, Arbeitsfragmente und ein Dokumentarfilm Einblick in seine einzigartige Arbeitsweise.

Ernst Gamperl. Dialog mit dem Holz
26. Mai bis 3. November 2019
Eröffnung: Sa 25. Mai 19, 16 Uhr

Gewerbemuseum Winterthur
Kirchplatz 14
CH - 8400 Winterthur

T: 0041 (0)52 267 51 36
F: 0041 (0)52 267 68 20
E: gewerbemuseum@win.ch
W: http://www.gewerbemuseum.ch/

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  •  26. Mai 2019 3. November 2019 /
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel
Holzgefäss aus Ernst Gamperls «Lebensbaum-Projekt»; © Ernst Gamperl / Foto: Bernhard Spöttel