30. Juli 2007 - 2:05 / Ausstellung / Archiv 
16. Mai 2007 5. August 2007

Der Zeichner Hofkunst war nicht ein Meister seines Fachs, sondern sehr vieler Fächer. So sprengt eine Ausstellung im Museum Tinguely, die noch bis zum 5. August 2007 dauert, den Rahmen einer üblichen »Hommage«, um die unterschiedlichen Talente eines Künstlers zu zeigen, die in ihrer Gesamtheit wohl nur in seinem Atelier zu erleben waren.

Zu Anfang waren es eher Implosionen bis in die Atome einer naturalistischen Betrachtung. Dann Kunstherstellung mit Brachial- oder Trivial-Instrumenten. Und schliesslich Pläne zur Welteroberung mit künstlerischen Mitteln. Zwischen atemberaubenden Werken blitzt stets Humor auf oder schallt Lachen. Dieses Lachen hörten und teilten viele Besucher seiner riesigen Ateliers.

Das gigantische Hafen-Atelier im Marseiller Hafen, die grosse Halle in Missy, das Schloss in Méjannes. Hofkunst erklärte darüber hinaus die Natur zu seinem Atelier, schleppte in Lieferwagen und auf Booten sich und sein umfangreiches Schaffens-Arsenal wochenlang hinaus in die Welt, die er grossformatig, aber mit feinsten Strichen einfing.

Hofkunst war nicht ein Meister seines Fachs, sondern sehr vieler Fächer. Die Publikation, die zeitgleich zur Ausstellung vorgelegt wird, ist eine schwere, altmodische Fächermappe, in der Riesenposter zur Hofkunst-Entfaltung einladen.

»Bitte klopfen und nicht eintreten.« Eine nach alter Buchbinder-Manier hergestellte Mappe mit 10 Fächern. Darin: riesige, unterschiedlich gefaltete und gestaltete Bögen (flächenmässig bis doppeltes Weltformat) zu 10 verschiedenen Themen. Das Brachiale und Gewalzte, das perfektionistisch Feine und täuschend Echte, die Copains, Fotos von Festen, Freunden und von den Arbeitsprozessen, die Scherze und die Sprüche, die Bäuche und die Hinterteile, die Wälder, Himmel und der Lavendel, die Meerestiere und das Meer und der See. Aber auch die verrückten, faszinierenden Versuche, die Welt mit Abfällsäcken, Uhren oder Reisbüchsen zu erobern. In jedem Fach ein aktuelles, kurz gefasstes Textblatt von Kunsthistorikern, Freunden, Journalisten zum jeweiligen Thema. Dazu ein kleines Heft mit den besten Textauszügen über Hofi aus Katalogen, Büchern und Medien aller Zeiten. Insgesamt: Ein Exzess.

Format: 29x35 cm, Gewicht: Fast 6 kg. Deutsch/Französisch. Limitierte Auflage von 1000 Ex. davon 200 für Sammler, eingepackt in einen Original »Garbage-Body«-Abfallsack. Verkaufspreis während der Ausstellung Fr. 98.-, danach im Buchhandel Fr. 125.-, Sammler-Edition Fr. 200.-


Das Atelier Alfred Hofkunst
16. Mai bis 5. August 2007

Museum Tinguely
Paul Sacher-Anlage 1
CH - 4002 Basel

W: http://www.tinguely.ch/

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  •  16. Mai 2007 5. August 2007 /
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Das Atelier, 1971-72. 620 x 470 x 300 cm, Bleistift, Farbstift, Tempera auf Papier, tapeziert auf Holzplatten. Privatsammlung Basel; © Familie Hofkunst. © Foto: Roland Diacon
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Das Atelier, 1971-72. 620 x 470 x 300 cm, Bleistift, Farbstift, Tempera auf Papier, tapeziert auf Holzplatten. Privatsammlung Basel; © Familie Hofkunst. © Foto: Roland Diacon
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Alfred Hofkunst in seinem Boot im Hafen von Marseille, ca. 1981. © Familie Hofkunst; © Foto: Leonardo Bezzola
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Der Künstler in seinem Atelier, ca. 1971. © Familie Hofkunst; © Foto: unbekannt