13. November 2020 - 10:00 / Ausstellung / Malerei / Retrospektive 
25. Oktober 2020 11. April 2021

Das Kunstmuseum Appenzell widmet das Jahr 2020 der Erforschung und Präsentation der zeitgenössischen Malerei. Drei individuelle Positionen – Howard Smith, Selim und Weggenmann – stehen dabei für die unerschöpfliche Kraft eines Mediums, das in regelmässigen Abständen "totgesagt" wird – und dennoch so lebendig und relevant wie selten ist. Die dritte Ausstellung, welche den Kreis schliesst, zeigt auf einmalige Weise, wie gegenwärtig und zugleich unergründlich Malerei sein kann.

Markus Weggemann hatte 2010 im Kunstmuseum Appenzell an der wegweisenden Ausstellung "Farbe | Wasser – Co-lour | Water" teilgenommen. Seitdem bestand der Wunsch, mit diesem Maler eine retrospektive Werkschau einzurichten.In den 10 Räumen des Kunstmuseums werden alle Werkgruppen von Markus Weggenmann in einer präzisen Auswahl vorgestellt.

Ausgehend von den frühesten Werken, den "Bagatellen" aus den 1990er Jahren, die noch neben der damals ausgeübten Tätigkeit als Ergotherapeut entstanden, bilden im Rundgang die "Streifenbilder", die "Boulevards", die hochglänzenden "Autolackbilder", die Gouachen und die seit den 2010er Jahren entstehenden hochpigmentierten Leimfarbenbilder eigens für die besondere Architektur des Museums inszenierte Schwerpunkte. Der Rundgang wird mit einer grossformatigen Wandmalerei beendet, die für den Ort geschaffen wurde.

Der Künstler, der früh zum Umfeld der "Radikalen Malerei" gezählt wurde, formuliert seit den 1980er Jahren eine Farbmalerei, die sich – glücklicherweise – weder einer der gerade geltenden Moden oder Dogmen, noch den grossen Begriffen von Realismus oder Abstraktion zuordnen lässt. Im Vertrauen auf die Eigengesetzlichkeiten und die Wirkungsvielfalt der "gemalten Farbe" konzentriert sich der Künstler auf grundlegende Fragen wie: Ab wann wird Farbe zum Bild? Wie kann Farbe Raum und Plastizität schaffen? Kann Farbmalerei ohne Autor existieren? Trotz der weiten Spannweite des handwerklichen und ästhetischen Zugangs lässt sich aber – und das zeigt die Ausstellung eindrücklich – eine Konstante der Bildarbeit bzw. Farbarbeit Weggenmanns feststellen: Jedes seiner Werke ist nicht nur ein autonomes Kunstwerk, sondern zugleich eine massive, ortsverändernde Intervention im jeweiligen Raum. Dies mag der semantischen Offenheit der Arbeiten zu verdanken sein, die heterogenste Assoziationsräume öffnen – ist aber viel unmittelbarer eine Folge der äusserst sinnlichen Gegenwärtigkeit von Farbphänomenen, die jeglichen Sprachraum, jede verbale Beschreibung transzendieren.

Markus Weggenmann (geboren 1953) lebt in Zürich und Cumbel/Lumnezia.

Markus Weggenmann – Ein Bild schreit nach dem nächsten!
25. Oktober 2020 bis 11. April 2021

Kunstmuseum Appenzell
Unterrainstrasse 5
CH - 9050 Appenzell

W: https://kunstmuseumappenzell.ch

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  •  25. Oktober 2020 11. April 2021 /
LW185, 2019 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 210 x 170 cm © Markus Weggenmann
LW185, 2019 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 210 x 170 cm © Markus Weggenmann
Flache Skulptur Nr. 3, LW91, 2017 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 210 x 170 cm © Markus Weggenmann
Flache Skulptur Nr. 3, LW91, 2017 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 210 x 170 cm © Markus Weggenmann
Flache Skulptur Nr. 5, LW109, 2020 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 320 x 200 cm © Markus Weggenmann
Flache Skulptur Nr. 5, LW109, 2020 Hochpigmentierte Leimfarbe auf Baumwolle, 320 x 200 cm © Markus Weggenmann
384G, 2008 Hochglanzlack auf Aluminium, 300 x 429 cm (3-teilig) © Markus Weggenmann
384G, 2008 Hochglanzlack auf Aluminium, 300 x 429 cm (3-teilig) © Markus Weggenmann