25. Januar 2010 - 2:08 / Ausstellung / Grafik 
5. November 2009 31. Januar 2010

Der Dürer-Zeitgenosse Daniel Hopfer (1471-1536) ist das bedeutendste Mitglied einer erst in Kaufbeuren, dann in Augsburg ansässigen Künstlerfamilie. Dank seiner vielseitigen Begabungen reüssierte Hopfer gleichermaßen als Waffenätzer wie als Zeichner oder Entwerfer für den Buchholzschnitt. Hopfers Hauptwerk sind 154 Eisenradierungen.

Sein breites Themenspektrum umfasst religiöse, historische und mythologische Kompositionen, Szenen aus dem Alltag, Porträts, Architekturdarstellungen, Ornamentvorlagen oder Zieralphabete. Flugblattartige, ausführlich mit Texten versehene Radierungen verbreiten protestantische Inhalte und zeigen die Vertrautheit des Künstlers mit lutherischem Gedankengut. Von weit reichender Bedeutung sind seine Kopien und Varianten nach italienischen Vorbildern, die als Vervielfältigung für die rasche Verbreitung der Renaissance in Deutschland sorgten.

Daniel Hopfers herausragende Stellung ist schließlich durch seine in den frühen 1490er Jahren gemachte Erfindung begründet: die (Eisen-) Radierung. Unter Waffenschmieden war schon länger das Verfahren bekannt gewesen, den Stahl etwa von Prunkharnischen oder Schwertern durch gezielte Säureätzung mit vertieften Ornamenten und figuralen Motiven zu verzieren und diese anschließend einzuschwärzen oder zu vergolden. Hopfer entdeckte, dass solcherart behandelte - "radierte" - Platten in den heraus geätzten Stellen Druckfarbe aufnehmen und so für Abzüge auf Papier verwendet werden konnten. Unter seinen Zeitgenossen war Hopfer der erste und weitaus produktivste Radierer. Erst nachfolgende Generationen verhalfen Hopfers epochaler Erfindung zum Durchbruch, bis die Radierung Holzschnitt und Kupferstich schließlich fast gänzlich ersetzte und Künstler wie Rembrandt oder Goya ihr druckgraphisches Werk allein dieser von Daniel Hopfer begründeten Technik anvertrauten.


Ein Augsburger Meister der Renaissance | Daniel Hopfer
5. November 2009 bis 31. Januar 2010

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Tod und Teufel überraschen zwei Frauen; Eisenradierung. © Staatliche Graphische Sammlung München; Foto: M. Gadiot
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Drei Landsknechte; Eisenradierung. © Staatliche Graphische Sammlung München; Foto: M. Gadiot
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Inneres der Augsburger Dominikanerkirche St. Maria Magdalena mit dem Gleichnis vom Scherflein der Witwe. © Staatliche Graphische Sammlung München; Foto: M. Gadiot