24. Mai 2009 - 3:04 / Ausstellung / Archiv 
12. März 2009 31. Mai 2009

Klaus Kinold zählt zu den renommiertesten Architekturfotografen der Gegenwart. Er hat die Bauten vieler bedeutender Architekten von Frank Lloyd Wright bis Herzog & de Meuron und Alvar Aalto bis Frank O. Gehry dokumentiert. Manche von den Großen der Architektur wählten ihn zu ihrem bevorzugten Fotografen, da sie ihr Werk durch ihn am besten vermittelt sahen. Kinold, 1939 in Essen geboren, ist ausgebildeter Architekt – dies ist ein Schlüssel zum Verständnis seiner Arbeit. Von seinem Lehrer Egon Eiermann lernte er die klare und nüchterne Durchdringung architektonischer Probleme sowie die Präzision des Gestaltens, die er auf seine Fotografien übertrug.

"Ich will Architektur zeigen, wie sie ist", so lautet Klaus Kinolds Leitsatz. Seine Fotos, in der Regel Auftragsarbeiten, sind Bestandsaufnahmen, unbeirrbar klar und sachlich. Er betrachtet Architektur nicht als Bühne, auf der vom Fotografen mit dramatischen Perspektiven oder Lichteffekten eigene Inszenierungen betrieben werden, sondern Architekturfotografie ist für ihn erklärendes Sehen und dokumentierende Interpretation: Beobachten, festhalten, verstehen, nicht fortschreiben. Nicht das Bild ist die Aussage, sondern die Architektur. Kinold vertritt die analog-klassische Großformatfotografie ohne eine anschließende digitale Bearbeitung und Manipulation des Werks. Von seltenen Ausnahmen abgesehen sind seine Bilder schwarz-weiß, mit Farbe geht er nur sehr zurückhaltend um.

Die Ausstellung anlässlich Kinolds siebzigstem Geburtstags zeigt eine exemplarische Auswahl seiner jahrzehntelangen Arbeit mit Architektur, dabei werden die Fotografien mit den Publikationen, für die sie geschaffen wurden, ergänzt. Präsentiert wird zuerst ein Einblick in Kinolds Schaffensweise mit einer genaueren Dokumentation jeweils eines Werks von Le Corbusier, Louis I. Kahn, Egon Eiermann und Herman Hertzberger. Es folgt ein Querschnitt durch die wichtigsten von ihm fotografierten Bauten. Aufnahmen von Reisen und Exkursionen mit Architekturstudenten sowie faszinierende Panoramabilder, in die der Betrachter geradezu hineingezogen wird, liefern einen abschließenden Blick in die Rezeptions- und Arbeitsweise eines Fotografen.


Klaus Kinold
12. März bis 31. Mai 2009

Pinakothek der Moderne
Kunstareal, Barer Str. 40
D - 80799 München

T: 0049 (0)89 23805-360
F: 0049 (0)89 23805-125
E: info@pinakothek.de
W: http://www.pinakothek.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  12. März 2009 31. Mai 2009 /
7336-733601.jpg
Walter Gropius; Bauhaus Dessau, Haupttreppenhaus, 1925/26. Aufnahme 1988, © Klaus Kinold
7336-733602.jpg
Herzog & de Meuron; Sammlung Goetz, Haus für eine zeitgenössische Kunstsammlung, München, 1991/92. Aufnahme 1995, © Klaus Kinold
7336-733603.jpg
Josip Plecnik; Herz-Jesu-Kirche, Prag, Tschechische Republik, 1928-1932. Aufnahme 2005, © Klaus Kinold
7336-733604.jpg
Porträt Klaus Kinold; Foto: Jan Thorn-Prikker