Edgar Calel - Kampf indigener Gemeinschaften Guatemalas für Recht und Naturschutz

Edgar Calel greift in seinen Arbeiten auf die Rituale und Bräuche seiner guatemaltekischen Heimat zurück. In seinen Arbeiten thematisiert er die Arbeitsbedingungen in der exportorientierten Agrarindustrie, insbesondere auf Palmöl- und Kaffeeplantagen, die eine zentrale Rolle für die Wirtschaft des Landes spielen. Zudem untersucht er die Auswirkungen der Plantagen auf die Umwelt. Der extensive Anbau von Kaffee, Zuckerrohr, Bananen und Palmöl führt in Guatemala nämlich zu Abholzung, Bodenschäden und der Verknappung natürlicher Ressourcen.

In der Kunsthalle Bern schafft Calel eine begehbare Landschaft aus Salzbergen. Die Installation spiegelt die Bemühungen indigener Gemeinschaften Guatemalas wider, gegen die Ausbeutung ihres Landes und für ihre Rechte sowie den Schutz der Natur zu kämpfen. In der Installation symbolisieren Ameisen aus Kupfer und Gold die Landarbeiter:innen, deren individueller Beitrag oft unsichtbar bleibt. Der Künstler präsentiert auch eine Reihe von Stickereien, die er gemeinsam mit Familienmitgliedern anfertigt. Die textilen Arbeiten zeigen Motive aus dem Gemeinschaftsleben, der traditionellen Landwirtschaft, der Ahnengeschichte und der Natur.

Für seine Werke verwendet Calel Materialien wie Textilien, Steine, Pflanzen und Fundstücke. Der Künstler, der zur indigenen Gemeinschaft der Maya-Kakchiquel gehört, beschäftigt sich aktiv mit dem Wissen seiner Maya-Vorfahren und den lebendigen Traditionen seines Erbes und macht sie zu einem festen Bestandteil seiner Arbeit.

Insgesamt spiegeln die gezeigten Werke Calels Sorge um die ausbeuterische Behandlung von Land und Arbeit wider, die mit dem unaufhörlichen Streben nach Profit einhergeht. Durch seine Kunst schafft er einen Raum für Erzählungen über Land und Boden und lädt uns ein, über Alternativen zum endlosen Wachstum nachzudenken.

Edgar Calel (* 1987) gehört der indigenen Gemeinschaft der Maya-Kakchiquel in Guatemala an. Er wurde in Chi Xot, auch San Juan Comalapa genannt, geboren, wo er lebt und arbeitet. Calel studierte an der
Escuela Nacional de Artes Plásticas in Guatemala-Stadt. Er versteht seine multimediale Praxis nicht als Kunst im westlichen Sinne, sondern als „Naoj” – ein Ausdruck kollektiven Wissens, spiritueller Erfahrung und kultureller Erinnerung der Kaqchikel.

Edgar Calel
6. März – 10. Mai 2026