Es sind nicht unsere Augen, die sehen. Es sind unsere Gehirne, die die Information, die als Licht auf unsere Netzhaut fällt, in Bilder übersetzen. Das ist unsere Dunkelkammer. Dort werden unsere Negative in einer komplexen Prozedur entwickelt. Manche behaupten, der Behälter mit der Entwicklerflüssigkeit würde im Laufe unseres Lebens immer diffuser: Wir sehen immer öfter, was wir denken, zu sehen. Wir werden von der visuellen Konsumgesellschaft und von Menschen, die unseren Augen gefallen wollen, gnadenlos manipuliert.

Mit einer Gruppe von sechs blinden Darstellern inszeniert Dries Verhoeven ein Projekt über unsere Suche nach Intimität und wie unsere Augen uns dabei beeinflussen. Ist es tatsächlich so, dass das Sehen uns behindert, näher zueinander zu kommen? Können wir uns mit Unbekannten besser verbinden, am Telefon oder in einem Chatroom? Ist es besser, das Licht auszumachen und fortan unsere Ohren, Hände und Lippen die Arbeit leisten zu lassen?

"Wir alle haben eine Sehnsucht nach Intimität, nach Momenten, in denen wir einem guten Freund oder einem Partner einen Blick in unsere Innenwelt geben, Momente, in denen man von der Außenwelt unbeobachtet ist. Aber gleichzeitig leben wir in einer visuellen Kultur des Gefallens. Wir beurteilen uns und die anderen ständig. Wir sind trainiert, uns selbst mit fremden Augen zu betrachten. Das kann tatsächlichen Kontakten im Wege stehen. Ich denke, dass Blinde diesen Konflikt spiegeln können." Dries Verhoeven

Dunkelkammer
Regie und Rauminstallation: Dries Verhoeven
Uraufführung: Fr. 30. September 2011, 19.30 Uhr

Weitere Vorstellungen:
1./ 4./ 5./ 9./ 10./ 14./ 15./ 16./ 19./ 20./ 21./ 22./ 25./ 26./ 27. Oktober 2011
5./ 7./ 8./ 11./ 12./ 13./ 17./ 18./ 19./ 23./ 24./ 25./ 27./ 28./ 29./ 30. November 2012
jeweils 19.30 Uhr

Münchner Kammerspiele, Spielhalle
Falckenbergstraße 1
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