Beim Konzert von „Dornbirn Klassik“ am Donnerstag, dem 5. März 2026, widmet sich der georgische Pianist Giorgi Gigashvili im Kulturhaus Dornbirn einem ebenso vielschichtigen wie gedanklich durchdrungenen Programm. Unter dem Leitmotiv „Beziehungen” beleuchtet er drei künstlerische Konstellationen und macht Verbindungslinien zwischen biografischer Nähe und kompositorischer Eigenständigkeit hörbar.
Giorgi Gigashvili richtet den Blick auf Clara und Robert Schumann, Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy sowie auf Galina Ustwolskaya und Dmitri Schostakowitsch. Über zwei Jahrhunderte hinweg zeigt das Programm, wie Nähe, gegenseitige Inspiration, Förderung oder bewusste Abgrenzung kompositorische Entwicklungen geprägt haben.
Clara Schumann war als Pianistin, Mutter von acht Kindern und Komponistin eine der prägenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Dennoch stellte sie ihre eigene Arbeit vielfach hinter jene ihres Mannes zurück. Robert Schumanns „Arabeske op. 18” und Clara Schumanns „Variationen über ein Thema von Robert Schumann op. 20” spiegeln diesen künstlerischen Dialog wider. Auch Fanny Hensel war in Begabung und Ausdruckskraft ihrem Bruder Felix Mendelssohn ebenbürtig, blieb jedoch im öffentlichen Musikleben im Hintergrund. Die Gegenüberstellung von Mendelssohns „Liedern ohne Worte op. 19” mit Fanny Hensels „Vier Liedern ohne Worte op. 8” eröffnet einen differenzierten Blick auf die Geschwisterbeziehung und die künstlerische Eigenständigkeit. Mit Schostakowitschs Sonate Nr. 2 op. 61 und Ustwolskayas Sonate Nr. 6 führt das Programm schließlich in das 20. Jahrhundert. Galina Ustwolskaya entwickelte eine radikal eigenständige Tonsprache und distanzierte sich bewusst von ihrem Lehrer. So werden Nähe und Abgrenzung gleichermaßen erfahrbar.
Giorgi Gigashvili, in Georgien geboren und heute in Berlin tätig, war von 2023 bis 2025 BBC New Generation Artist und ist in der Saison 2025/26 ECHO Rising Star. Seine künstlerische Arbeit verbindet klassische Tradition mit zeitgenössischen Impulsen.
Giorgi Gigashvili
Klavierrecital
5. März 2026
Beginn: 19:30 Uhr
Werkeinführung mit Bettina Barnay-Walser: 19:00 Uhr
Programm
- Robert Schumann (1810–1856): Arabeske in C-Dur, op. 18
- Clara Schumann (1819–1896): Variationen über ein Thema von Robert Schumann, op. 20
- Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847): Lieder ohne Worte, Heft 1, op. 19
- Fanny Hensel-Mendelssohn (1805–1847): Vier Lieder ohne Worte, op. 8
- Dmitri Schostakowitsch (1906–1975): Sonate für Klavier Nr. 2 in h-Moll, op. 61
- Galina Ustwolskaya (1919–2006): Sonate für Klavier Nr. 6
Tickets sind bei der Dornbirn Tourismus & Stadtmarketing GmbH
sowie unter www.events-vorarlberg.at erhältlich.