23. August 2020 - 9:21 / Aktuell / Film / Kunst 

Der 62-jährige chinesische Dissident und Künstler Ai Weiwei, der nach vier Jahren in Berlin nun im britischen Campridge seine Zelte aufgeschlagen hat, hat einen Dokumentarfilm über den Lockdown in Wuhan veröffentlicht. Wohun ist diejenige Stadt, in der das Coronavirus erstmals nachgewiesen worden war. Laut der Website zum Film hat Weiwei von Europa aus die Regie und Produktion der 115-minütigen Dokumentation geführt. Die Dreharbeiten von "Coronation" hätten "gewöhnliche Bürger" vor Ort besorgt.

Wie Ai Weiwei betont, sei die Dokumentation über die chinesische Millionenmetropole als Hommage an alle Ärzte und Krankenschwestern, die gegen Covid-19 kämpfen, gedacht. Der Film untersuche das "politische Gespenst der chinesischen Staatskontrolle vom ersten bis zum letzten Tag der Abriegelung von Wuhan". Er halte die "brutal effiziente, militarisierte Reaktion" der Kommunistischen Partei in China auf das Virus fest.

Sein Team habe fast 500 Stunden Filmmaterial für die Dokumentation ausgewertet, meinte Ai Weiwei gegenüber den "New York Times" (NYT). Es seien Drohnenaufnahmen von Wuhan verwendet worden, ebenso wie Aufnahmen von Sicherheitskameras von Krankenhäusern und Videoclips von medizinischem Personal, das Patienten behandelt.

Der Film enthält einige surreal wirkende Szenen, wie etwa die eines Menschen in einem gelben Gefahrgutanzug und Atemschutzmaske, der auf einem elektrischen Roller durch die Strassen fährt und Desinfektionsmittel versprüht.