4. März 2020 - 1:12 / Ausstellung / Malerei 
6. März 2020 25. April 2020

Ob dionysische Feste in spacig psychodelisch, malerischen Raumgefügen, bemalten realitätsfremden Möbeln oder auch kubistisch, surreal anmutenden Kinderporträts, all das war und ist die Malerei von Asgar/Gabriel.

Seit 2005 als Künstlerkollektiv, werden jegliche Themen, soziale Grundgedanken, Kompositionen und Präsentation gemeinsam von Daryoush Asgar und Elisabeth Gabriel entschieden. Ja, auch gemalt wird gemeinsam. Der Betrachter vermag nicht auszumachen, wessen Hand den Pinsel geführt hat, als der scheinbare Graffitispray als gemalte Oberfläche auf die Leinwand gebannt wird.

Fast manisch arbeiten Asgar/Gabriel an einem Thema – schöpfen dieses aus, um durch die Beschäftigung zum nächsten Werkblock zu gelangen. Nach einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Dreidimensionalen im real erfahrbaren Raum genauso wie in der Bearbeitung der Malerei - die Leinwand als solches tritt in den Raum und wird zum skulpturalen Moment eines Möbels - kommt nun eine Serie, die schon beinahe als klassisch bezeichnet werden kann.

Reinste Malerei! Waren es in den malerisch schrillen Orgien-Bildern teils Formate bis sieben Meter Länge, sind die heutigen Werke auf Abbildungen kaum in ihrer Grösse auszumachen. Erst die Begegnung vor dem Original vermittelt dem Betrachter die Dimension der Malerei. Und ja, oft ist das Kleinformat an Vehemenz nicht zu überbieten. Hier vermag es Asgar/Gabriel die Malerei an ihre äusserste Erscheinung zu treiben. Jegliche Fläche, jegliche Farbe wird gleichwertig auf dem Bildgeviert aufgetragen. Abstrakte Bereiche stehen selbstredend neben erkennbar figurativen Bezügen. Anklänge aus den 80iger Jahren- wie etwa die Adidas Schuhe - neben dem Fitness-Körperhype der Jetzt-Zeit, symbolisiert im dargestellten Springseil treten in eine gemeinsame Ahnenreihe mit einer abgeschälten Zitrone – eine Zitrone, wie sie die niederländischen Stillleben des 17. Jahrhunderts in Perfektion hervorgebracht haben. Asgar/Gabriel kennen die Kunstgeschichte, sie kennen die Malerei – ihnen kann niemand etwas vormachen. Nicht nur die Sujets zeugen von einer intensiven Beschäftigung mit der Vergangenheit, nein auch der Farbauftrag offenbart dies: Pastose Flächen kontrastieren neben lasierenden Bereichen. Die Leinwand wird virtuos bemalt, um nicht gar zu sagen bespielt.

Asgar/Gabriel manifestieren in ihrem Werk die Malereigeschichte – sie führen Regie auf einer Leinwand, die als Bühne durchgeht und in diesem Theaterstück lenken sie den Betrachter auf unterschiedliche Fährten und doch bleibt am Schluss ein verbindendes Element: die reine Malerei.

Asgar/Gabriel
6. März bis 25. April 2020

Bechter Kastowsky in Wien
Gluckgasse 3. Mezzanin
A - 1010 Wien

W: http://www.bechterkastowsky.com

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  •  6. März 2020 25. April 2020 /
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 200x130cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 200x130cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 40x30cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 40x30cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 40 x 50cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 40 x 50cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 60x40cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler
Asgar/Gabriel, ohne Titel, 2019, Öl auf Leinwand, 60x40cm, Courtesy Bechter Kastowsky Galerie und die Künstler