3. November 2020 - 11:05 / Georg Haas/pte / Bühne 

Ein Großteil der Menschen, die schon einmal eine Theateraufführung digital gesehen haben, würde das gerne wieder tun. Viele würden selbst dann wieder einschalten, wenn sie wieder in Festspielhäuser gehen könnten. Eine Vorstellung mit Video-Anwendungen wie Zoom zu verfolgen, gilt für viele als eine neue, sehr spezielle Kunsterfahrung. Dies belegt eine Studie der University of Exeter.

"Online-Vorführungen könnten dabei helfen, das Überleben des Theaters und die Jobs der vielen damit verbundenen freien Künstler zu sichern. Dabei haben Zuschauer aber auch bestimmte Präferenzen. Beispielsweise wollen sie weniger wahrscheinlich für eine zuvor aufgenommene Vorstellung zahlen als für eine Live-Performance. Sie wollen auch teilnehmen und andere Zuschauer sehen können", erklärt Rachael Nicholas, Koautorin der Studie.

Die Forscher haben für die Studie eine Umfrage unter 177 Zuschauern einer im britischen Lockdown live stattgefundenen Online-Vorführung des Shakespeare-Stücks "Der Sturm" durchgeführt. Die Produktion stammte vom Creation Theater in Oxford und wurde auf Zoom übertragen. 95 Prozent waren von der Aufführung begeistert und würden noch einmal bezahlen, um zum digitalen Publikum zu gehören.

Karten für die Zoom-Aufführung kosteten 20 Pfund. Für die meisten Befragten war das ein fairer Preis. Dabei war für einen Großteil der Live-Aspekt besonders wichtig. Das Publikum war geografisch weit verbreitet. Nur 29 Prozent leben in Oxford, 14 Prozent kommen nicht einmal aus Großbritannien, sondern aus 27 anderen Ländern. Die Forscher sehen darin einen wichtigen Vorteil für Theater, die aufgrund der Corona-Lockdowns keine Besucher empfangen dürfen.



Die Bretter, die die Welt bedeuten: Digitale Events werden immer beliebter (Foto: Pixabay/ Libracesp)
Die Bretter, die die Welt bedeuten: Digitale Events werden immer beliebter (Foto: Pixabay/ Libracesp)