4. August 2019 - 7:25 / Festival / Architektur  / Reminder
7. August 2019 28. August 2019

Die siebente Ausgabe des internationalen Open Air Architekturfilmfestivals steht heuer unter dem Thema „Die Zukunft reparieren“.

Die vier Filmabende im Hof des Az W widmen sich der Rolle von Architektur und Urbanismus in Zeiten des menschengemachten Klimawandels und der daraus resultierenden ökologischen und sozialen Ungerechtigkeit.
Wo ist Architektur Teil des Problems, wo zeigt sie neue Lösungswege? Parallel zur Ausstellung „Critical Care. Architektur für einen Planeten in der Krise“ präsentieren die Filme zukunftsweisende Projekte wie auch kritische Perspektiven auf historische und gegenwärtige Entwicklungen. Aus zahlreichen internationalen Einreichungen wurden Dokumentationen, Spiel- und Kurzfilme zu einem unterhaltsamen und informativen Programm zusammengestellt, das das Publikum einlädt, aktiv am Diskurs teilzunehmen.

Sorgetragen
Mi 07.08.2019, 20:30

Design that heals, US 2016, 24:00 min, OmeU, R: Thatcher Bean, Alan Ricks (MASS Design Group)

In Port-au-Prince, Haiti, bekämpft der Gesundheitspionier Dr. Pape mit Hilfe des Architekturbüros MASS Design Group erfolgreich den schlimmsten Cholera Ausbruch seit über einem Jahrhundert. Österreichpremiere!

60 Elephants, AT/FR 2018, 22:00 min, OmeU, R: Sasha Pirker & Michael Klein

Michael Klein und Sasha Pirker porträtieren in 60 Elephants das Denken und Arbeiten des 95-jährigen französischen Architekten und Humanisten Yona Friedman, der 2018 mit dem Friedrich Kiesler Preis ausgezeichnet wurde. Friedman entwickelte bereits in den 1950/60er-Jahren Visionen einer mobilen und auf Improvisation abgestimmten Architektur für eine auf Migrationskurs befindliche globale Gesellschaft. Seine Anmerkungen zur gegenwärtigen Flüchtlingsthematik, denen der Film Raum gibt, verraten sein umsichtiges und unaufgeregtes Denken, das sich an sozialen Bedürfnissen und deren sinnhafter Erfüllung orientiert. In einfühlsamen Passagen wird Friedmans ländlicher wie auch urbaner Lebens- und Arbeitsraum vorgestellt, immer von seiner eigenen Stimme aus dem Off begleitet, die den roten Faden des in sich klar strukturierten Filmes liefert. (Rainer Fuchs)

Hacer mucho con poco (Do more with less), EC/ES 2017, 86:00 min, OmeU, R: Katerina Kliwadenko & Mario Novas

Junge Architekt*innen in Lateinamerika führen einen Paradigmenwechsel herbei, indem sie ein neues Verständnis dafür vermitteln, wie ihre Tätigkeit mit der Gesellschaft interagiert. Der Film untersucht, wie Architektur zu einer besseren Zukunft für die Region beitragen und ein alternatives Wirtschaftsmodell unterstützen kann. Mit und über die Architektur von u. a. Al borde, Rama Estudio, El Sindaco, Enrique Mora und Fabrica Nativa. Österreichpremiere!

Ökologie
Mi 14.08.2019, 20:30

Lost World, KH/SG 2018, 16:00 min, OmeU, R: Kalyanee Mam

Die Mangrovenwälder Kambodschas sind ein wichtiger Sandlieferant für Singapur – gleichzeitig drohen dadurch das Ökosystem und die gemeinschaftliche Lebensweise, sowie das Zuhause der Protagonistin zu verschwinden. Österreichpremiere!

The Shore Break, ZA 2015, 90:00 min, OmeU, R: Ryley Grunenwald

In der Region Amadiba an der südafrikanischen Wild Coast kämpft Nonhle, eine überzeugte Unterstützerin der Pondo, mit ihrer Gemeinschaft seit Jahren gegen eine geplante Titanmine, die sowohl für die Umwelt, als auch ihren Lebensunterhalt und die Kultur der Region eine Gefahr darstellt.

After all, the culture of Nature, DE/ES 2018, 9:35 min, eOF, R: Imke Woelk

Das Video zeigt ein Archiv von Skulpturen aus verschiedenen Kunststoff-Materialien, welche an der Meeresküste gefunden wurden und stellt diese, archäologischen und kulturellen Artefakten gegenüber. Die über eine erstaunliche Ähnlichkeit miteinander verbundenen Objekte werden alterniert durch Textpassagen unterschiedlichster Autoren, die das komplexe Problem der Klimakrise herunterbrechen und gemeinschaftlich lösbar machen. Das Nachdenken über einen sinnvollen Beitrag der Architektur beginnt über eine kritische Distanz. Das bewusste Herausgreifen eines einzigen Materials, erlaubt die entscheidende Frage unserer Zeit zu stellen. Warum handeln wir nicht? Österreichpremiere!

Ökonomie
Mi 21.08.2019, 20:30

The Disappearance of Robin Hood, CH 2018, 25:13 min, OmeU, R: Klearjos Eduardo Papanicolaou

London, 1972 – der Sozialstaat der Nachkriegszeit läutete eine Ära utopischer Wohnprojekte ein. Zu den mutigsten zählt wohl Robin Hood Gardens von Alison und Peter Smithson. Fünfzig Jahre später, in einem stark veränderten London, fragen wir: Wo ist bloß Robin Hood geblieben? Österreichpremiere!

Architecting after Politics, DE 2018, 90:00 min, OmdU, R: brandlhuber+ & Christopher Roth

„Legislating Architecture“ beschreibt ein Denk- und Handlungsmodell, das Regeln und Gesetzmäßigkeiten von Architektur thematisiert. Architektur wird dabei als gebaute Umwelt und als gesellschaftliches Feld verstanden. „Architecting after Politics“ ist der dritte Film einer Reihe, die seit 2016 als Kooperation von Brandlhuber+ und dem Regisseur Christopher Roth entsteht. Der neueste Film führt fort, was die Filme „Legislating Architecture“ und „The Property Drama“ begonnen haben und stellt eine entscheidende Frage unserer Zeit: Who architects? (Wer baut und gestaltet die Welt?)
Wienpremiere!
im Anschluss Q&A mit Olaf Grawert, brandlhuber+

Off Season, SK 2018, 35:00 min, OmeU, R: Andrea Kalinova

Das Sanatorium Machnáč in der Kurstadt Trenčianske Teplice ist heute nur noch die Ruine einer modernistischen Utopie. Die Eigentümer haben kein Interesse daran, ein Gebäude zu erhalten, das sich nicht bezahlt macht. Der Film widmet sich dem Phänomen dieses außergewöhnlichen Gebäudes mittels Portraits verschiedener Menschen, die ihre Bemühungen um die Rettung des Machnáč nicht aufgeben.
Österreichpremiere!
im Anschluss Q&A mit der Regisseurin Andrea Kalinova

Reparatur
Mi 28.08.2019, 20:30

Bikes n‘ Rails: Solidarität schafft Raum, AT 2019, 7:00 min, dOF, R: Filmgruppe RPL

Ein ganzes Mietshaus bauen ohne Eigenmittel – wie geht das? Die Baugruppe Bikes and Rails errichtet im Wiener Sonnwendviertel ein Haus, das nur sich selbst gehört. Die Basis bildet das Rechts- und Finanzierungsmodell des habiTAT, einem Netzwerk selbstorganisierter und solidarischer Hausprojekte in Österreich. Statt Profite gibt es bezahlbare Mieten und Freiraum fürs Leben.

Der Stoff aus dem die Träume sind, AT 2019, 75:00 min, dOmeU, R: Michael Rieper & Lotte Schreiber

Anhand von fünf Meilensteinen selbstorganisierten und selbstverwalteten Wohnbaus in Österreich nähert sich der Dokumentarfilm auf facettenreiche Art an die unterschiedlichen Themen kooperativer Planungsprozesse von 1968 bis heute. Wir besuchen die Pioniere des PKW Projekt Kooperatives Wohnen in Graz-Raaba, treffen die Architekten und Bewohnerinnen der ersten Stunde in der Terrassenhaussiedlung in Graz, erkunden die Ökosiedlung Gärtnerhof und die Siedlung Lebensraum im niederösterreichischen Gänserndorf, sprechen mit Bewohnerinnen des Wohnprojekts Wien über den Entstehungsund Planungsprozess und lassen uns von den Linzer Aktivistinnen des Projekts WillyFred erzählen, wie sich Häuser vom Immobilienmarkt freikaufen lassen. Dabei beleuchtet der Film über die Akteurinnen und Bewohner*innen der jeweiligen Wohnprojekte nicht nur deren sozialen und sozialökonomischen Anspruch, sowie deren gesellschaftspolitische Aussage sondern gibt darüber hinaus Einblick in die alltäglichen, kleinen wie großen Errungenschaften, Diskussionen und Konflikte, die das Leben im Kollektiv mit sich bringt.

im Anschluss Q&A mit der Regisseurin Lotte Schreiber

Aracà, DE 2017, 63:00 min, OmeU, R: Daniel Chisholm

Aracàs alternde Bauern müssen mit der Landflucht fertig werden, mit einer sich rasch wandelnden Landwirtschaft und nicht zuletzt mit einer zunehmenden Anzahl von Fremden, die ihr Dorf aufkaufen. Gleichzeitig suchen einige Mitglieder der nächsten Generation nach Möglichkeiten, im Dorf zu bleiben. Der Film dokumentiert die nachdenkliche und emotionale Auseinandersetzung mit Zeit, Veränderung, Verlust und Hoffnung der Mitglieder dieser kleinen Gemeinde in der idyllischen ligurischen Landschaft.
Weltpremiere!

Architektur.Film.Sommer 2019. Critical Care. Die Zukunft reparieren Kinoabende im Hof des Az W
07./ 14./ 21. und 28.08.2019, jeweils 20:30
In Kooperation mit wonderland – platform for european architecture und dem Museumsquartier Wien
Ort: im Hof des Az W
Bei Schlechtwetter im Az W Podium

Architekturzentrum Wien
Museumsplatz 1, im MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 (0)1 52231-15
F: 0043 (0)1 52231-17
E: office@azw.at
W: http://www.azw.at/

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  •  7. August 2019 28. August 2019 /
Filmstill aus „Design that heals“ (c) MASS Design Group
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Filmstill aus „The Disappearance of Robin Hood“ (c) Klearjos Eduardo Papanicolaou
Filmstill aus „The Disappearance of Robin Hood“ (c) Klearjos Eduardo Papanicolaou
Architektur.Film.Sommer 2018 (c) Foto: Pablo Leiva
Architektur.Film.Sommer 2018 (c) Foto: Pablo Leiva
Filmstill aus „After all, the culture of Nature“ (c) Imke Woelk
Filmstill aus „After all, the culture of Nature“ (c) Imke Woelk
Filmstill aus „Ciao Aracà“ (c) Daniel Chisholm
Filmstill aus „Ciao Aracà“ (c) Daniel Chisholm
Bikes and Rails (c) BikesandRails/Sade Jerabek
Bikes and Rails (c) BikesandRails/Sade Jerabek
Filmstill aus „Der Stoff aus dem die Träume sind“ (c) Michael Rieper & Lotte Schreiber
Filmstill aus „Der Stoff aus dem die Träume sind“ (c) Michael Rieper & Lotte Schreiber
Projektfoto aus dem Film „Hacer mucho con poco“ (c) Katerina Kliwadenko & Mario Novas
Projektfoto aus dem Film „Hacer mucho con poco“ (c) Katerina Kliwadenko & Mario Novas
Filmstill „Architecting after Politics“ (c) Brandlhuber+ Christopher Roth
Filmstill „Architecting after Politics“ (c) Brandlhuber+ Christopher Roth
Filmstill aus „Lost World“ (c) Kalyanee Mam
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Filmstill aus „Off Season“ (c) Andrea Kalinova
Filmstill aus „Off Season“ (c) Andrea Kalinova
Filmstill aus „60 Elephants“ (c) Sasha Pirker & Michael Klein
Filmstill aus „60 Elephants“ (c) Sasha Pirker & Michael Klein
Filmstill aus „The Shore Break“ (c) Ryley Grunenwald
Filmstill aus „The Shore Break“ (c) Ryley Grunenwald