Die Wachau – Künstlerisch-wissenschaftliche Intervention

Im Rahmen des mehrjährigen Forschungsprojekts „Wachau Routes“ wurden mit künstlerisch-wissenschaftlichen Methoden unterschiedliche Verkehrswege und neue Formen der Mobilität in der Wachau untersucht. Die daraus entstandenen zeitgenössischen Arbeiten – von Zeichnungen bis hin zu Filmen – treten nun in der Landesgalerie Niederösterreich mit historischen Werken der Landessammlungen in Dialog. Die Intervention lädt dazu ein, die Wachau als lebendige, durch Verkehrswege geprägte Kulturlandschaft neu zu betrachten – als Raum des Unterwegs-Seins, der Erfahrung und des Wandels.

Kaum eine andere Landschaft in Österreich wurde so häufig künstlerisch festgehalten wie die Wachau. Bereits im frühen 19. Jahrhundert lenkten Kunstwerke die Aufmerksamkeit auf die einzigartige Kulturlandschaft an der Donau und erschlossen sie für Besucher:innen aus der ganzen Welt.

Neue Formen der Mobilität veränderten vor allem im 20. Jahrhundert die Wahrnehmung und prägten die Landschaft. Das Projekt „Wachau Routes” knüpft an die Tradition der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Region an.

Das Projektteam, bestehend aus den Künstler:innen Iris Andraschek und Hubert Lobnig sowie den Wissenschaftler:innen Daniela Lehner und Roland Tusch, erforschte vier Jahre lang mit Methoden der Bildenden Kunst und der Landschaftsarchitektur die Eisenbahn, die Straßen sowie die Rad- und Wanderwege der Wachau. Die Donau stand dabei als konstanter Untersuchungsgegenstand in enger Wechselbeziehung zu diesen Verkehrswegen. So ist eine Reihe von Arbeiten entstanden, die ein zeitgemäßes Bild der Region zeigen – jenseits klassischer, idyllischer Darstellungen.

Mit einer Auswahl dieser Arbeiten interveniert „Wachau Routes” in die bestehende Ausstellung „Unterwegs. Reise in die Sammlung“ und tritt in einen Dialog mit historischen Wachaugemälden. Filme, Fotografien, Ansichtskarten und Zeichnungen eröffnen neue Perspektiven auf Landschaft und Bewegung. Galvanisierte Pflanzen mit Sprechblasen erzählen von der Vergangenheit und Zukunft der Bahn, ihrer Beziehung zur Natur und zu den Menschen. In einem Film kommt der Architekt und Landschaftsarchitekt Herbert Ursprunger zu Wort. Er war Ende der 1950er Jahre mit der landschaftlichen Einbindung der Wachaustraße beauftragt. Iris Andraschek verfremdet Ursprungers Fotografien aus den 1950er Jahren und integriert sie auf künstlerische Weise in den Film. In der Videoinstallation „Fragments“ aus dem Jahr 2024 überarbeitet Hubert Lobnig einen historischen Stummfilm über die Wachau aus dem Jahr 1913 und setzt ihn in Beziehung zu einer gefilmten Szene aus dem Jahr 2023.
Mit dem Folder „Blick in die Gemälde“ weisen Daniela Lehner und Roland Tusch in ausgewählten Bildern auf die Verkehrswege hin und regen zu einer alternativen Betrachtung der Sammlung an.

Wachau Routes
bis 10.01.2027