30. November 2019 - 5:09 / Ausstellung 
30. November 2019 13. April 2020

Mit der Großausstellung "Die Spitze des Eisbergs" blickt das Museum der Moderne Salzburg zum 15-jährigen Gründungsjubiläum des Museumsstandorts Mönchsberg in die Tiefen seiner Sammlungen und fördert Werke zutage, die erstmalig oder nach Jahrzehnten wieder präsentiert werden.

Seit der Eröffnung des Museumsgebäudes auf dem Mönchsberg im Oktober 2004 ist die Sammlung des Museum der Moderne Salzburg kontinuierlich gewachsen. Hinzugekommen sind auch Dauerleihgaben wie die Sammlung Generali Foundation. Mittlerweile umfassen die vielfältigen Bestände, die ein Spiegel dessen sind, wie die Sammlungsverantwortlichen seit der Gründung des Museums ihre Schwerpunkte setzten, rund 55 000 Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. In Die Spitze des Eisbergs erforscht das Museum der Moderne Salzburg auf zwei Ausstellungsebenen seine Sammlungsgeschichte einschließlich der vorhandenen Leerstellen und liefert Antworten zu Fragen des musealen Sammelns und Ausstellens. Die individuellen Herangehensweisen der zwölf beteiligten Kurator_innen ergänzen sich in der Ausstellung zu einem vielstimmigen und anspruchsvoll inszenierten Gesamtbild der Sammlungen des Hauses – dies ermöglicht den Besucher_innen einen einmaligen Einblick in die aktuelle Museumsarbeit. "Vor dem Hintergrund sich stetig wandelnder Kunstauffassungen und ökonomischer und politischer Motive gilt es, die vier Säulen der Museumsarbeit – Sammeln, Bewahren, Forschen und Vermitteln – immer wieder neu zu befragen. In der Ausstellung thematisieren wir daher unter anderem, wie sich im Laufe der Zeit der Blick auf eine über Jahre gewachsene Sammlung verändert, wie dies die Formen ihrer Präsentation beeinflusst, wie die Kurator_innen individuell mit den Beständen arbeiten und welche Bedeutung die Begegnung von Betrachter_innen und Kunstwerken im Museum hat. Ich möchte unsere Besucher_innen herzlich dazu einladen, sich gemeinsam mit uns auf diese Entdeckungsreise durch unsere Sammlungen zu begeben und so die Identität des Hauses zu erforschen", so Direktor Thorsten Sadowsky.

Ebene 2

Die Ausstellungsebene 2 ist mit Skulpturen, Plastiken und Objekten ganz dem Thema Raumkunst und Kunstraum gewidmet. Mehr als andere künstlerische Bereiche fordern diese Werke eine physische Begegnung ein, denn es existiert immer mehr als nur eine Ansicht – unterschiedlich und veränderbar je nach Perspektive. Die Räume des Museums und die darin präsentierten Kunstwerke beeinflussen sich wechselseitig, verhalten sich nie neutral zueinander. Neben "klassisch" im Raum ausgestellten Arbeiten können die Besucher_innen auf der Ebene 2 anhand eines Schwerlastregals aus dem sonst nicht öffentlich zugänglichen Depot erleben, wie Kunstwerke abseits des Ausstellungsgeschehens gelagert werden. Zusätzlich stehen zwei fotografische Serien stellvertretend für die Anfänge und die Baugeschichte der beiden Standorte Rupertinum und Mönchsberg.

Ebene 3

Im Sammlungsbestand des Museum der Moderne Salzburg lassen sich fast alle wichtigen Entwicklungslinien der österreichischen Kunst vor und nach 1945 bis zur Gegenwart nachzeichnen. Gleichzeitig sind weibliche und internationale – insbesondere nichtwestliche – Positionen unterrepräsentiert. Diese Leerstellen werden auf der Ausstellungsebene 3 ebenso thematisiert wie der Umgang mit im Hinblick auf ihre Herkunft problematischen und skandalbehafteten Kunstwerken. Eingebettet sind auch Fragestellungen zu kunsthistorischen und kunsttheoretischen Entwicklungen: beispielsweise zu sich ändernden Darstellungs- und Präsentationsformen im musealen Umfeld, zu unterschiedlichen Einflüssen auf die Wahrnehmung von Kunstwerken oder zum frühen Sammlungsaufbau. Die verschiedenen kuratorischen Stimmen und Themen fügen sich in der Ausstellung zu einem Längsschnitt durch die Sammlungen zusammen.

Die Spitze des Eisbergs
30. November 2019 bis 13. April 2020

Museum der Moderne Mönchsberg
Mönchsberg 32
A - 5020 Salzburg

T: 0043 (0)662 842220-403
F: 0043 (0)662 842220-700
E: info@museumdermoderne.at
W: http://www.museumdermoderne.at/

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  •  30. November 2019 13. April 2020 /
Egon Schiele Selbstporträt mit Edith, 1915, Bleistift auf Papier, Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar
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Elke Sylvia Krystufek O.T., 1998, Mischtechnik auf Papier, Museum der Moderne Salzburg – Dauerleihgabe aus Privatbesitz © Elke Sylvia Krystufek, Foto: Rainer Iglar
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Eduard Bäumer Selbstportrait, 1922, Öl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg © Angelika Bäumer, Wien, Foto: Rainer Iglar
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Elfie Semotan Martin Kippenberger – Floß der Medusa, 1996, Inkjet Druck, Museum der Moderne Salzburg © Elfie Semotan
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Arnulf Rainer, Blatt aus der Mappe Proportionen, 1954, Collage, Museum der Moderne Salzburg © Arnulf Rainer, Foto: Rainer Iglar
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Elfriede Mejchar, Rupertinum. Einrichtung und Belegschaft, Otto Breicha, 1983, Silbergelatine auf Baryt, Museum der Moderne Salzburg © Elfriede Mejchar
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Gelitin, Modell zur ‚Arc de Triomphe‘-Skulptur, 2003, Gips, Plastilin, Museum der Moderne Salzburg © Bildrecht, Wien, 2019, Foto: Rainer Iglar
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Giacomo Manzù Cardinale Seduto, 1964, Bronze, Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar
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Rodney Graham Continuous Transformation of the Form of a Child’s Sled into that of Another, 2000, Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Installationsansicht, Kunstverein München e.V., 2000, Courtesy Kunstverein München e.V., Foto: Wilfried Petzi
Rodney Graham Continuous Transformation of the Form of a Child’s Sled into that of Another, 2000, Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Installationsansicht, Kunstverein München e.V., 2000, Courtesy Kunstverein München e.V., Foto: Wilfried Petzi
Traudel Pichler Landschaft, 1983/84, Öl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg © Niclas Pichler, Foto: Rainer Iglar
Traudel Pichler Landschaft, 1983/84, Öl auf Leinwand, Museum der Moderne Salzburg © Niclas Pichler, Foto: Rainer Iglar
Nam June Paik Global Groove, 1973, Filmstill, Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg
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