21. Juli 2020 - 8:58 / Ausstellung / Geschichte / Sammlung  / Reminder
13. Februar 2020 11. August 2020

Die Meiji-Periode umfasst in der japanischen Geschichte den Zeitraum von 1868 bis 1912. Eine Zeit, in der sich der Feudalstaat zur modernen Großmacht entwickelt, die japanische Gesellschaft sich wandelt und der Welt öffnet.

Anhand von drei historischen Objekt-Fotografien aus dem 19. Jahrhundert wird die Geschichte dieser Sammlung rekonstruiert und in der Ausstellung "Japan zur Meiji-Zeit" aufgearbeitet. Im Rahmen der Ausstellung werden auch die Ergebnisse des gemeinsamen Forschungsprojekts mit dem National Museum of Japanese History präsentiert.

Heinrich von Siebold (1852–1908), Sohn des Arztes und berühmten Japanforschers Philipp Franz von Siebold (1796–1866), reist bereits als Jugendlicher nach Japan und verbringt dort einen Großteil seines Lebens. Er wird als Dolmetscher bei der neu gegründeten österreichischungarischen Gesandtschaft in Tōkyō angestellt. Es ist die Zeit des Überganges vom Shogunat zur Meiji-Zeit (1868–1912) und zu einer neuen Politik der Öffnung des Landes. Japans ehemals militärisch ausgerichtete Gesellschaft wandelt sich während der Meiji-Restauration von einem Feudalstaat hin zu einer modernen Großmacht, mit dem Tennō an der Spitze des Staates.

Die gesellschaftliche Umwälzung bedingt, dass viele Kult- und Gebrauchsgegenstände der vergangenen Shogun-Zeit nicht mehr benötigt werden und somit in den Besitz von Sammlern wie Heinrich von Siebold übergehen. Dieser möchte seine umfangreiche Sammlung verkaufen, überlässt sie aber schließlich 1888 Kaiser Franz Joseph für das k. u. k. Naturhistorische Hofmuseum. Dort wird die Sammlung in der anthropologisch-ethnografischen Abteilung inventarisiert. Für die Schenkung erhält Heinrich von Siebold einen Adelstitel. Die Ausstellung thematisiert den Weg der Sammlung ins Weltmuseum Wien und verfolgt deren Spur.

Es werden Ergebnisse aus dem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem National Museum of Japanese History präsentiert. Die Basis der Ausstellung bilden drei historische Fotografien aus dem 19. Jahrhundert, die die Aufstellung der Sammlung auf einem Privatwohnsitz der Familie zeigen. Ein Film zeigt die Rekonstruktion dieser Aufstellung mithilfe von "object mapping" und vermittelt somit einen Eindruck der Originalinstallation. Gleichzeitig werden die Objekte in fünf Ausstellungsräumen gezeigt und mit einer aktuellen Beurteilung des historischen Wertes einer Meiji-zeitlichen Sammlung präsentiert.

Japan zur Meiji-Zeit
Die Sammlung Heinrich von Siebold
13. Februar bis 11. August 2020

Weltmuseum Wien
Heldenplatz
A - 1010 Wien

T: +43 1 534 30-5052
E: info@weltmuseumwien.at
W: https://www.weltmuseumwien.at/

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  •  13. Februar 2020 11. August 2020 /
Heinrich Freiherr von Siebold in japanischer Tracht, 1897 © Siebold-Archiv Burg Brandenstein
Heinrich Freiherr von Siebold in japanischer Tracht 1897 © Siebold-Archiv Burg Brandenstein
Aufstellung der Sammlung ca. 1883 im Wohnsitz der Schwester von Heinrich von Siebold bei Ulm in Süddeutschland © Siebold-Archiv Burg Brandenstein
Aufstellung der Sammlung ca. 1883 im Wohnsitz der Schwester von Heinrich von Siebold bei Ulm in Süddeutschland © Siebold-Archiv Burg Brandenstein
阿弥陀三尊像 Statue der Buddha Amitabha Trinität Stehende amida-nyorai Figur: Muromachi-Periode, 15–16. Jh. Holz, Blattgold Bodhisattva Figur (links) Kōkei Edo-Periode (1600 – 1868), 17–18. Jh. Holz, Goldschlamm (Körper), Blattgold (Kleidung) Bodhisattva Figur (rechts) Shikibu Kyō Edo-Periode, 17–18. Jh. Holz, Goldschlamm (Körper), Blattgold (Kleidung) © KHM-Museumsverband
阿弥陀三尊像 Statue der Buddha Amitabha Trinität Stehende amida-nyorai Figur: Muromachi-Periode, 15–16. Jh. Holz, Blattgold Bodhisattva Figur (links) Kōkei Edo-Periode (1600 – 1868), 17–18. Jh. Holz, Goldschlamm (Körper), Blattgold (Kleidung) Bodhisattva Figur (rechts) Shikibu Kyō Edo-Periode, 17–18. Jh. Holz, Goldschlamm (Körper), Blattgold (Kleidung) © KHM-Museumsverband
縄文時代の石器 Jōmon-zeitliche Steingeräte Späte Jōmon-Zeit (14000–950 v. u. Z.) © KHM-Museumsverband
縄文時代の石器 Jōmon-zeitliche Steingeräte Späte Jōmon-Zeit (14000–950 v. u. Z.) © KHM-Museumsverband