Im Kultur- und Kongresshaus Hallstatt wird mit der Medusa von Hallstatt ein spektakulärer Fund aus der Römerzeit präsentiert.
Bei diesem überaus qualitätvollen Schmuckstück handelt es sich um eine Kamee, die wahrscheinlich im 2. Jahrhundert n. Chr. in Aquileia an der nördlichen Adria hergestellt wurde. Der Kopf der Medusa wurde aus einem schwarz-weiß gebänderten Achat, auch Onyx genannt, geschnitten und hat einst vermutlich die Halskette einer wohlhabenden römischen Frau geziert.
Sie wurde im Juni 2025 bei Ausgrabungen im Bereich der Talstation entdeckt und damit mitten in der ehemaligen römischen Siedlung. Neben Fundamentresten und kleineren Streufunden kam dieser außergewöhnliche Fund ans Tageslicht, der sich rasch als etwas Besonderes erwies. Es liefert neue Hinweise auf die frühe Nutzung dieses Areals und zeigt, wie eng Hallstatt seit Jahrtausenden mit Geschichte verbunden ist.
Der mit Schlangenhaaren umrahmte und geflügelte Kopf der Medusa, auch Gorgoneion genannt, war in der griechischen und römischen Antike ein äußerst beliebtes Motiv. Es gilt als Schutzsymbol, das Unheil abwehren soll. Dementsprechend findet es sich in und auf Gebäuden, Denkmälern, Waffen, Schmuck und vielem mehr. Ob die Medusa von Hallstatt ihrer Besitzerin Glück gebracht hat, ist nicht zu sagen; sie ist aber jedenfalls ein Glücksfall für die Archäologie in Oberösterreich.
Die ersten Fundmeldungen zu römischen Objekten aus Hallstatt stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Von 1858 bis 1860 wurden entlang des Echerntalwegs römische Gräberfelder freigelegt, die einst mit beeindruckenden Grabmälern ausgestattet waren. Im Jahr 1983 konnten sechs weitere Gräber untersucht werden.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Bereich der heutigen Talstation erstmals Reste der zugehörigen Siedlung freigelegt. Die weitreichendsten Erkenntnisse verdanken wir jedoch Friedrich Morton, der von den 1940er- bis in die 1960er-Jahre jede Gelegenheit nutzte, um neue Erkenntnisse zu erlangen. Umbauarbeiten im Bereich der Talstation ermöglichten im Jahr 2015 eine größere Ausgrabung durch das OÖ. Landesmuseum und die Universität Innsbruck. Auf diesen Forschungen basiert auch der aktuelle Gesamtplan zum römischen Hallstatt. Die Ausgrabungen im Jahr 2025 schlossen an die Grabungsfläche von 2015 an und führten zu kleineren Ergänzungen.
Seit über 7500 Jahren prägt das in Hallstatt gewonnene Salz die Region. Das „weiße Gold“ war lange Zeit eines der wichtigsten Konservierungsmittel und die Herrschaft über das kostbare Gut war mit Prestige und Reichtum verbunden. Funde aus der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit („Hallstattzeit“) im Salzberg und im Hochtal haben den Fundort weltweit bekannt gemacht. Für die jüngere Eisenzeit (auch „Latènezeit“ genannt) ist ebenfalls Bergbau nachweisbar, zudem gibt es Hinweise auf Siedlungsaktivitäten auf der sogenannten Dammwiese.
Die Römer, die spätestens um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. die Kontrolle über das Gebiet des heutigen Oberösterreichs bis zur Donau übernahmen, beuteten alle für sie relevanten Rohstoffe aus. Daher erhob Rom wahrscheinlich auch sehr rasch Anspruch auf das Hallstätter Salz. Dafür errichteten sie eine Siedlung (Vicus), deren Zentrum im Bereich der heutigen Talstation der Salzbergbahn lag. Trotz zahlreicher Ausgrabungen sind das Aussehen und die Größe der Siedlung nur bedingt bekannt, auch der antike Name ist nicht überliefert.