Die Galeristin Ursula Krinzinger und Bregenz

Der Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz eröffnet am Sonntag, dem 19. Juli 2026, um 11:30 Uhr im Palais Thurn und Taxis die Sommerausstellung „Ursula Krinzinger und Bregenz“. Die internationale Gruppenausstellung würdigt das Lebenswerk einer der bedeutendsten Galeristinnen der Gegenwart. Deren internationale Erfolgsgeschichte begann 1971 in Bregenz, wo sie die österreichische sowie internationale Gegenwartskunst seither entscheidend mitgeprägt hat.

Als die promovierte Kunsthistorikerin 1971 ihre erste Galerie in der Deuringstraße in Bregenz eröffnete, legte sie den Grundstein für eine außergewöhnliche internationale Laufbahn. Mit einem sicheren Gespür für neue künstlerische Entwicklungen, intellektueller Offenheit und einer konsequenten Haltung erkannte sie Positionen oft lange bevor diese internationale Anerkennung fanden. Von Bregenz aus entwickelte sich ein Netzwerk, das Künstler:innen, Museen, Sammler:innen und Institutionen weltweit miteinander verbindet und bis heute zu den prägenden Konstanten der internationalen Gegenwartskunst zählt.

Die Ausstellung versteht sich nicht als chronologische Retrospektive, sondern als kuratorisch entwickeltes Beziehungsgeflecht. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Dialoge und kunsthistorische Zusammenhänge, die Ursula Krinzingers außergewöhnliches Wirken als Galeristin, Vermittlerin und Wegbereiterin sichtbar machen. Gezeigt werden jene Künstler:innen, die sie bereits in ihren frühen Jahren in Bregenz präsentierte, ebenso wie internationale Positionen, deren Entwicklung sie über Jahrzehnte hinweg begleitet und entscheidend gefördert hat.

Zu sehen sind Werke von Marina Abramović, Siegfried Anzinger, Christian Ludwig Attersee, Gottfried Bechtold, Hubert Berchtold, Monica Bonvicini, Richard Bösch, Günter Brus, Chris Burden, VALIE EXPORT, Bruno Gironcoli, Brigitte Kowanz, Peter Kogler, Angelika Krinzinger, Maria Lassnig, Urs Lüthi, Paul McCarthy, Jonathan Meese, Hermann Nitsch, Oswald Oberhuber, Gina Pane, Karl Prantl, Arnulf Rainer, Paul Renner, Dieter Roth, Eva Schlegel, Toni Schmale, Hubert Schmalix, Rudolf Schwarzkogler, Max Weiler und Erwin Wurm.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Judith Reichart, Leiterin des Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz, und dem freischaffenden Kurator Gerald Matt. Das kuratorische Konzept entstand in engem Austausch mit Ursula Krinzinger, die den Entstehungsprozess intensiv begleitet hat und ihre Erfahrungen, Erinnerungen sowie ihre Perspektive auf die Beziehungen zwischen den Künstler:innen aktiv eingebracht hat. Die Hängung folgt keiner stilistischen oder chronologischen Ordnung, sondern macht kunsthistorische, inhaltliche und generationenübergreifende Verbindungen sichtbar. So entstehen Dialoge zwischen den Werken, die über formale Aspekte hinausweisen und den Blick auf gemeinsame Fragestellungen, gesellschaftliche Entwicklungen und die Geschichte der Gegenwartskunst lenken.

Archivalien, historische Fotografien und Ausstellungsplakate ergänzen die künstlerischen Positionen und dokumentieren den gesellschaftlichen und kunsthistorischen Kontext, in dem Ursula Krinzingers Arbeit entstand. Sie machen zugleich die Entwicklung eines internationalen Netzwerks sichtbar, das bis heute Künstler:innen, Institutionen und Sammler:innen verbindet.

Mit zahlreichen internationalen Kooperationen, der Präsenz auf den bedeutendsten Kunstmessen sowie den im Jahr 2002 gegründeten Krinzinger Residencies hat Ursula Krinzinger die Vermittlung zeitgenössischer Kunst nachhaltig geprägt. Ihr Wirken reicht weit über die klassische Galerietätigkeit hinaus. Als Vermittlerin zwischen Künstler:innen und Institutionen hat sie entscheidend dazu beigetragen, österreichische Gegenwartskunst international sichtbar zu machen und zugleich bedeutende internationale Positionen nach Österreich zu bringen.

Für ihre Verdienste wurde Ursula Krinzinger unter anderem mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Zuletzt würdigte die ARCO Madrid ihr jahrzehntelanges internationales Engagement mit einer besonderen Auszeichnung.

Mit der Ausstellung „Die Galeristin Ursula Krinzinger und Bregenz” widmet die Stadt Bregenz Ursula Krinzinger erstmals eine umfassende museale Würdigung ihres Lebenswerks. Die Ausstellung versteht sich als Hommage an eine Persönlichkeit, deren Leidenschaft, Weitsicht und Vertrauen in die Kunst Generationen von Künstler:innen begleitet haben und die die Geschichte der österreichischen und internationalen Gegenwartskunst nachhaltig geprägt hat.


Weitere Informationen unter: bregenz.gv.at/sommerausstellung

Sommerausstellung der Landeshauptstadt Bregenz 2026
„Die Galeristin Ursula Krinzinger und Bregenz“
21. Juli bis 30. August 2026

Eröffnung: Sonntag, 19. Juli 2026, 11:30 Uhr

Kuratiert von Judith Reichart, Leiterin des Kulturservice der Landeshauptstadt Bregenz, und Gerald Matt, freischaffender Kurator.

Führungen durch die Ausstellung

Dienstag, 21. Juli 2026, 16:30 Uhr: Kuratorenführung mit Gerald Matt und Judith Reichart

Dienstag, 18. August 2026, 16:30 Uhr: Dialogführung mit Thomas D. Trummer und Gottfried Bechtold