13. Februar 2009 - 2:14 / Ausstellung / Archiv 
7. Dezember 2008 15. Februar 2009

Das Paula Modersohn-Becker Museum zeigt anlässlich des 70. Todestages Ernst Ludwig Kirchners in Zusammenarbeit mit dem Brücke-Museum Berlin mehr als 80 farbige Druckgraphiken aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Kirchner, Expressionist der ersten Stunde, verlieh seinen Gefühlen in Druckgraphiken von rauschhafter Farbigkeit Ausdruck – ob empfindsam zart oder radikal und ungestüm.

Die farbige Druckgraphik nimmt im Werk Ernst Ludwig Kirchners (1880-1938) einen besonderen Stellenwert ein: Von den über 2.000 Druckgraphiken, die der Künstler zeit seines Lebens schuf, gestaltete er etwa 200 in Farbe.

Die ersten farbigen Drucke stammen aus der Zeit kurz vor der Gründung der Künstlergruppe "Brücke", als Kirchner noch Architekturstudent in Dresden war. Diese frühen Werke mit ihren weichen Konturen sind von eleganter Leichtigkeit. Die zwischen 1911 und 1916 in Berlin entstandenen Arbeiten dagegen zeigen mit schonungsloser Offenheit das Großstadtleben. Das spätere Schaffen lässt mit scharfkantigen Formen und maskenhafter Darstellung exotische Einflüsse und Kirchners Begeisterung für das Werk Picassos erkennen.

Nicht nur durch den expressiven Gebrauch der Farbe faszinieren diese Werke, sondern auch als Dokumente der experimentellen Arbeitsweise Kirchners: Er wollte alle Abzüge selbst herstellen, ohne die Unterstützung eines professionellen Druckers. So entstanden kleine Serien, oft nur drei oder vier Abzüge von einem Motiv. Manche in gänzlich neuen Farben, andere in abgeschwächten Variationen. Kirchner experimentierte mit allen Techniken: Holzschnitt, Lithographie, Radierung.


Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 208 Seiten und 145 Farbtafeln im Hirmer Verlag, der für EUR 23.- im Museum erhältlich ist.

Ernst Ludwig Kirchner - Farbige Druckgraphik
7. Dezember 2008 bis 15. Februar 2009

Paula Modersohn-Becker Museum
Böttcherstraße 6-10
D - 28195 Bremen

T: 0049 (0)421 33 88 222
F: 0049 (0)421 33 88 233
W: http://www.pmbm.de/

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Weisse Villa in Hamburg-Blankenese, 1910. Privatbesitz; © Ingeborg und Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern
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Waldfriedhof, 1933/34. Privatbesitz; © Ingeborg und Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern
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Kühe im Frühling, 1933/34. Privatbesitz; © Ingeborg und Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern
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Kopf Dr. Frédéric Bauer, 1933, Privatbesitz; © Ingeborg und Dr. Wolfgang Henze-Ketterer, Wichtrach/Bern