2026 feiert die Albertina ihr 250-jähriges Bestehen und rückt das Haus und seine Sammlung in den Mittelpunkt des Programms.
In drei Hauptausstellungen mit innovativen Ansätzen – „Faszination Papier”, „Sammeln für die Zukunft” und „Künstlerinnen der Albertina” – wird die weltberühmte Sammlung der Albertina aus neuen Perspektiven präsentiert. Es werden bislang kaum gezeigte oder unbekannte Objekte ebenso ins Licht gerückt wie etablierte künstlerische Positionen neu befragt.
Die Neuinterpretation der Geschichte der Albertina bedeutet auch, eine weibliche Persönlichkeit in den Mittelpunkt zu rücken, die in ihrer Bedeutung für die Sammlungsgründung häufig im Schatten ihres Gatten, Herzog Albert von Sachsen-Teschen, stand: Erzherzogin Marie Christine. Als Lieblingstochter der österreichischen Herrscherin Maria Theresia brachte sie das Vermögen in die Ehe ein, das den umfassenden Erwerb von Kunstwerken ermöglichte. Zugleich war sie selbst von Jugend an künstlerisch tätig und setzte wichtige Impulse für die Sammeltätigkeit des Paares. Die Jubiläumsausstellung „Sammeln für die Zukunft” widmet sich dieser Geschichte der Albertina und zeigt anhand erlesener Beispiele, von Dürers „Feldhasen” bis hin zu den expressiven Zeichnungen Egon Schieles, wie diese umfangreiche Kollektion zusammengetragen wurde.
Mit neuem Blick auf die Sammlung sind in einer großen Herbstausstellung auch die Künstlerinnen der Albertina zu entdecken. Die Ausstellung vereint bisher zu wenig beachtete weibliche Positionen in einem epochenübergreifenden Dialog. Während es in der zeitgenössischen Kunst heute nahezu als Selbstverständlichkeit gilt, Künstlerinnen bei Neuerwerbungen zu berücksichtigen, stellt sich diese Frage bezüglich der historischen Sammlung noch immer. Wo sind die Künstlerinnen? Welche Werke verbergen sich in einer der größten Sammlungen der Welt? Wer hat sie gesammelt? Ein laufendes Forschungsprojekt zeigt bereits jetzt erstaunliche Ergebnisse. Anlässlich unseres Jubiläums geben wir einen Einblick in den aktuellen Kenntnisstand und die Vielfalt der von Frauen geschaffenen Kunst.
Im kommenden Jahr wird an den drei Standorten der Albertina ein breit gefächertes Angebot präsentiert. Nach mehreren Jahrzehnten ist im Frühjahr erstmals wieder der französische Meister der politischen Karikatur Honoré Daumier zu sehen, dessen Werk viele Künstlergenerationen bis heute beeinflusste. Die große Herbstausstellung widmet sich den beiden bedeutendsten figurativen Malern des 20. Jahrhunderts, Pablo Picasso und Francis Bacon.
Mit „Kaws. Art & Comix” lädt die Albertina Modern zu einem Dialog von Gegenwartskunst an der Schnittstelle zwischen Comics und Kunst. Richard Prince ist eine große Retrospektive gewidmet, die einen Schwerpunkt auf seine fotografischen Werke von den 1970er-Jahren bis heute legt. Mit Ausstellungen zum Schaffen von Helga Philipp und Shara Hughes legt die Albertina auch im Jubiläumsjahr einen Schwerpunkt auf die Präsentation national und international bekannter Künstlerinnen. Mit einer umfassenden Retrospektive zu Franz West und einer Hommage an Arnulf Rainer ehrt die Albertina zwei große österreichische Meister.
In der Albertina Klosterneuburg lautet das Jahresmotto „Donated with Love”. Die Ausstellung ist eine Sammlungspräsentation der jüngsten Schenkungen – von Sean Scully bis Julie Mehretu –, die das breite Spektrum der zeitgenössischen Sammlung abbilden.