14. März 2010 - 2:31 / Ausstellung / Installation 
23. Januar 2010 20. März 2010

Trotz der eigenwilligen Verweigerung jeglicher konzeptueller Selbstbehauptung und formaler Stringenz in den künstlerischen Mitteln von Tjorg Douglas Beer (*1973, lebt in Berlin), lassen sich doch bestimmte Themen immer wieder finden. So untersucht er globale Problematiken wie Krieg, Politik und soziale und Macht-Strukturen in seinen Bildwelten. Er generiert unterschiedliche Szenarien aus Elementen, die der alltäglichen Absurdität zum Beispiel der medialen Welt Rechnung tragen. Er nähert sich diesen Themen an, ohne sie zu moralisieren. 

Für den Kunstraum Innsbruck hat er nun zwei Installationen entwickelt. Im Hauptraum ist "Diamonds & Bones" zu sehen, ein Szenario/eine Mischung aus einer Konferenzgesellschaft im War Room aus Stanley Kubricks "Dr. Strangelove", einer abgefressenen Orgienlandschaft im Plenarsaal oder Aufsichtsrat und dem Laborraum einer Diamantenfabrik. An einer Bone-Table-Chefrunde-Last-Supper-Tafel finden sich Fragmente einer gescheiterten Gesellschaft. Ein eingefrorenes Mise-en-scène aus lebensgroßen Papierfiguren im Scherbenhaufen einer der letzten goßen Orgien einer aussterbenden Elite. 

Neben der Installation werden Skulpturen und neue Portraits gezeigt. Als Vorlage für die Portraits dienten Farbfotokopien, Radierungen und Heliogravuren. Sie zeigen Gesichter von Figuren. Es handelt sich um kränklich-blasse Antlitze von Schaufensterpuppen, die überklebt und bemalt wurden. Mutierte Probanden eines unerklärlichen Experiments. Die Applikationen aus geschnittenem Karton lassen dazu fragmentarisch Headlines oder Parolen erkennen. 

"The-New-World.TV" ist die zweite Installation. Sie ist in einem Kellerraum im Gebäude untergebracht und ist eine Art Fernsehstudio, von dem aus der von Beer initiierte Fernsehsender "The-New-World.TV" via online streaming sein Programm ausstrahlt. Der Fernsehsender ist Installation aber auch Sendeinstrument. Seit dem 1. Januar 2010 sendet "The-New-World.TV" mit einem Testbild aus dem Studio I im Kellergewölbe der Forgotten Bar in Berlin Kreuzberg. In Innsbruck wird die erste Sendung produziert und gesendet.

Im Projektraum installiert Beer eine Gruppenausstellung. Eine Mischung aus Korova Milk Bar und Merzbau. "Lightbox/The Module" bündelt Arbeiten von 21 KünstlerInnen in einer Glasvitrine, die für die erste Ausstellung im Berliner Regierungsviertel auf einem Stück Bauland zwischen Bundespressekonferenz und Büros des Deutschen Bundestages aufgestellt wurde. Nun reist "Lightbox/The Module" an verschiedene Ausstellungsorte. Erste Stationen waren Das Regierungsviertel Berlin, The Forgotten Bar Berlin und das Centro Cultural Andratx Mallorca.

Tjorg Douglas Beer
23. Jänner bis 20. März 2010

Kunstraum Innsbruck
Maria-Theresien-Straße 34
A - 6020 Innsbruck

W: http://www.kunstraum-innsbruck.at/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  23. Januar 2010 20. März 2010 /
10896-1089601.jpg
10896-1089602.jpg
10896-1089603.jpg