13. November 2019 - 5:47 / Ausstellung / Malerei 
15. November 2019 20. April 2020

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Emotion zum Stilmittel: Beobachten hieß Empfinden. Triebgesteuert und jenseits von allen akademischen Kanons bannten junge Rebellen aus der Dresdner Künstlergemeinschaft „Brücke“ Seelenlandschaften auf die Leinwand.

In Auflehnung gegen die industrialisierte Gesellschaft und ihre Konventionen strebten sie zudem eine naturbezogene Lebensreform an. Der Umkreis der Herausgeber des Münchner Almanachs „Der Blaue Reiter“ begab sich währenddessen auf die Suche nach einer neuen Innerlichkeit in der Kunst, die das rein Intuitive gleichermaßen gelten ließ wie die kultivierte Vernunft.

Auch unabhängig von den beiden wichtigen Gruppierungen wurde freilich der Schönheitsbegriff hinterfragt und erweitert. Den Farben kam dabei eine entscheidende Rolle zu: Ob grell leuchtend oder dämmrig und trüb, wirkten sie anstelle der Helldunkelkontraste als Hauptvehikel der Bilddramaturgie. Werke des deutschen Expressionismus haben an ihrer suggestiven Wirkung bis heute nichts eingebüßt.

In der Ausstellung werden rund 130 Exponate aus der Schweizer Sammlung Braglia und der deutschen Sammlung Johenning erstmals in Wien präsentiert, darunter Werke von Emil Nolde, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, August Macke, Franz Marc, Paula Modersohn-Becker, Paul Klee und Lionel Feininger.

Deutscher Expressionismus. Die Sammlungen Braglia und Johenning
15. November 2019 bis 20. April 2020

Leopold Museum
Museumsplatz 1, MQ
A - 1070 Wien

T: 0043 1 525 70-1523
F: 0043 1 525 70-1500
E: office@leopoldmuseum.org
W: http://www.leopoldmuseum.org/

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  •  15. November 2019 20. April 2020 /
August Macke, Frauen im Park (mit weißem Schirm), 1913 © Stiftung Renate und Friedrich Johenning Foto: Linda Inconi–Jansen
August Macke, Frauen im Park (mit weißem Schirm), 1913 © Stiftung Renate und Friedrich Johenning Foto: Linda Inconi–Jansen
Marianne von Werefkin, Die Allee, um 1917 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano Foto: Christoph Münstermann
Marianne von Werefkin, Die Allee, um 1917 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano Foto: Christoph Münstermann
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht: seelische Melodie, 1922 © Stiftung Renate und Friedrich Johenning Foto: Linda Inconi–Jansen
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht: seelische Melodie, 1922 © Stiftung Renate und Friedrich Johenning Foto: Linda Inconi–Jansen
Emil Nolde, Sommergäste, 1938–1945 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano Foto: Christoph Münstermann, © Nolde Stiftung Seebüll
Emil Nolde, Sommergäste, 1938–1945 © Fondazione Gabriele e Anna Braglia, Lugano Foto: Christoph Münstermann, © Nolde Stiftung Seebüll