17. Oktober 2022 - 21:38 / Aktuell / Literaturpreise 

Für seinen Roman "Blutbuch" erhält der Autor Kim de l’Horizon den Deutschen Buchpreis 2022. Mit dem Preis, der mit 25'000 Euro dotiert ist, wird der beste deutschsprachigen Roman des Jahres ausgezeichnet. Kim de l’Horizon wurde in der Schweiz geboren und sieht sich weder eindeutig als Mann noch als Frau. Dieses Thema prägt auch den Roman, der bei DuMont erschienen ist.

Kim de l’Horizon rasierte sich bei der Dankesrede aus Solidarität mit den Frauen im Iran den Kopf: "Dieser Preis ist nicht nur für mich," rief er dabei. Kim de l’Horizon selbst lässt die eigene Biografie bewusst im Vagen: Im Klappentext heißt es: "geboren 2666". Laut Börsenverein wurde Kim de l’Horizon 1992 bei Bern geboren, studierte Germanistik, Film- und Theaterwissenschaften in Zürich sowie literarisches Schreiben in Biel. "Blutbuch", ein Debüt, wurde zuvor bereits mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung ausgezeichnet.

Dieses Jahr waren die nachfolgenden sechs Finalistinnen und Finalisten auf der Shortlist: Neben Kim de l’Horizon waren das Fatma Aydemir ("Dschinns“), Kristine Bilkau ("Nebenan“), Daniela Dröscher ("Lügen über meine Mutter“), Jan Faktor ("Trottel“) und Eckhart Nickel ("Spitzweg“). Die fünf Nominierten der Shortlist erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Jury hatte insgesamt 233 Titel gesichtet.