14. Januar 2019 - 4:30 / Ausstellung / Malerei 
3. Februar 2019 26. Mai 2019

In ihrer bis dato hochkarätigsten Ausstellung widmet sich die Fondation Beyeler den Gemälden und Skulpturen des frühen Pablo Picasso aus der sogenannten Blauen und Rosa Periode von 1901 bis 1906. Erstmals in Europa überhaupt werden die Meisterwerke dieser bedeutenden Phase, allesamt Meilensteine auf Picassos Weg zum berühmtesten Künstler des 20. Jahrhunderts, in dieser Dichte und Qualität gemeinsam präsentiert. Die Bilder dieser Schaffenszeit zählen zu den schönsten und emotionalsten der Moderne und zu den kostbarsten Kunstwerken überhaupt und werden voraussichtlich in dieser Fülle nicht mehr gemeinsam, an einem Ort versammelt, zu sehen sein.

Im Alter von gerade einmal 20 Jahren begibt sich das aufstrebende Künstlergenie Picasso (1881–1973) auf die Suche nach neuen Bildthemen und Ausdrucksformen, die er auch gleich zur Vollendung führt. In rascher Folge wechseln die Stile und Bildwelten – eine künstlerische "Revolution" löst die andere ab. Die Ausstellung richtet den Fokus auf die Blaue und Rosa Periode und damit auf sechs Schaffensjahre im Leben des jungen Picasso, die als zentral für sein gesamtes Œuvre gelten können. Zudem eröffnet sie die Perspektive auf die epochale Entstehung des Kubismus um 1907, der sich aus dem vorangegangenen Schaffen entwickelt. Damit schliesst die Ausstellung an die eigene Sammlung der Fondation Beyeler an, deren frühestes Picasso-Werk, eine bedeutende Studie zu den "Demoiselles d’Avignon", in eben diesem Jahr entsteht.

Picassos früher Werdegang wird in der chronologisch konzipierten Ausstellung exemplarisch am Bild des Menschen vor Augen geführt. In immer wieder neuen Anläufen umkreist der zwischen Paris und Barcelona pendelnde Künstler die menschliche Figur. In der von der Farbe Blau dominierten Phase ab 1901 blickt er auf die Misere und die seelischen Abgründe der Menschen am Rande der Gesellschaft, um dann um 1905, nun in Paris etabliert, in der sogenannten Rosa Periode den Hoffnungen und Sehnsüchten der Zirkusleute – Gaukler, Akrobaten und Harlekine – Bildwürdigkeit zu verleihen. Auf der Suche nach einer neuen künstlerischen Authentizität verbringt Picasso gegen Mitte des Jahres 1906 mehrere Wochen im spanischen Pyrenäendorf Gósol, wo zahlreiche Gemälde und Skulpturen entstehen, die klassische und archaische Körperideale vereinen. In der fortschreitenden Deformierung und Zergliederung der Figur, wie sie in den danach wieder in Paris geschaffenen, "primitivistischen" Darstellungen vor allem des weiblichen Akts anschaulich werden, kündigt sich schliesslich die kubistische Bildsprache an, die ab 1907 zur Entfaltung gelangt.

In den berührenden und zauberhaften Werken der Blauen und Rosa Periode, die in Spanien und Frankreich entstehen, gestaltet Picasso als junger, aufstrebender Künstler Werke von allgemeingültiger Aussagekraft. Existenzielle und universelle Themen wie Leben, Liebe, Sexualität, Schicksal und Tod finden ihre Verkörperungen in zartschönen, jungen Frauen und Männern ebenso wie in Kindern und vom Leben gezeichneten Greisen, die Empfindungen wie Glück und Freude, aber auch Einsamkeit und Melancholie in sich tragen.

In der umfassenden Ausstellung zu sehen sind rund 80 meist nur sehr selten ausgeliehene Gemälde und Skulpturen aus renommierten Museen in Europa, den USA, Kanada, Russland, China und Japan, die zu den berühmtesten Meisterwerken weltweit zählen. Die Leihgaben kommen aus namhaften Museen wie dem Musée national Picasso, Paris, dem Metropolitan Museum of Art, New York, der Tate, London, der National Gallery in Washington, D. C., dem Moskauer Pushkin State Museum of Fine Arts, dem National Museum of Art in Osaka, dem Centre Pompidou und dem Musée de l’Orangerie in Paris, dem Museu Picasso in Barcelona, dem Centro de Arte Reina Sofía in Madrid, der Art Gallery of Ontario in Toronto und vielen anderen. Zahlreiche weitere Werke stammen aus bedeutenden Privatsammlungen und können teilweise erstmals seit vielen Jahrzehnten wieder in der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das Ausstellungsprojekt, das mit seiner mehrjährigen Vorbereitungszeit das bisher aufwendigste und kostspieligste in der Geschichte der Fondation Beyeler ist, wird zweifellos einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres 2019 in Europa sein. Die zu erwartenden Exponate sind allesamt absolute Publikumsmagneten in ihren Heimatmuseen. Die Ausstellung wird von der Fondation Beyeler organisiert und entsteht in Kooperation mit den Musées d"Orsay et de I"Orangerie, Paris, sowie dem Musée National Picasso-Paris, wo sie in modifizierter Form als Erstes Station macht.


Der junge Picasso – Blaue und Rosa Periode
3. Februar bis 26. Mai 2019

Fondation Beyeler
Baselstrasse 101
CH - 4125 Riehen / Basel

T: 0041 (0)61 64597-00
F: 0041 (0)61 64597-19
E: fondation@beyeler.com
W: http://www.beyeler.com/

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Pablo Picasso: Famille de saltimbanques avec un singe, 1905. Gouache, Aquarell und Tusche auf Karton, 104 x 75 cm; Göteborg Konstmuseum, Ankauf, 1922. © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich; Foto: © Göteborg Konstmuseum
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Pablo Picasso: La Vie, 1903. Öl auf Leinwand, 197 x 127,3 cm; The Cleveland Museum of Art, Schenkung Hanna Fund. © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich; Foto: © The Cleveland Museum of Art
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Pablo Picasso: Femme en chemise (Madeleine), 1904?1905. Öl auf Leinwand, 72,7 x 60 cm; London, Tate, Hinterlassen C. Frank Stoop, 1933. © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich; Foto: © Tate, London 2018
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Pablo Picasso: Acrobate et jeune arlequin, 1905. Gouache auf Karton, 105 x 76 cm; Privatsammlung. © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich
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Pablo Picasso: Autoportrait, 1901. Öl auf Leinwand, 81 x 60 cm; Musée national Picasso-Paris. © Succession Picasso / 2018, ProLitteris, Zürich. Foto: © RMN-Grand Palais (Musée national Picasso-Paris) / Mathieu Rabeau