22. Juni 2010 - 2:32 / Bühne / Schauspiel 

Der Schweizer Komponist und Regisseur Ruedi Häusermann ist bekannt für seine eigene musiktheatralische Sprache, mit der er wiederholt Welten um AutorInnen wie Elfriede Jelinek, Robert Walser oder Peter Bichsel geschaffen hat: Text, Ton, Bild und Szene fügen sich in eine übergreifende, fein verästelte Partitur. Für das Stück "Der Hodler", das sich mit dem Schweizer Maler Ferdinand Hodler beschäftigt, hat Häusermann mit den "Hodler-Quartetten" nun eigens eine Sammlung neuer Streichquartette komponiert. Die Uraufführung der "Musiktheatralischen Einsicht" fand am Samstag, den 10. April, um 20 Uhr in der Box des Schiffbaus statt.

Ferdinand Hodler (1853–1918) gilt als einer der wichtigsten Maler der Schweiz. Hodler hat berauschend schöne Landschaften von extremer farblicher und formaler Intensität geschaffen, ohne die bestimmte Entwicklungen der modernen Malerei kaum möglich gewesen wären. Seine Darstellungen des menschlichen Sterbens gehören zu den komplexesten in der Geschichte der Kunst und seine zahlreichen Selbstporträts zeugen von einer fortlaufenden, künstlerischen wie persönlichen Selbstbefragung.

Es sind diese einem breiten Publikum eher unbekannten Seiten des Malers, die Ruedi Häusermann gemeinsam mit vier Schauspielern und vier Musikern umkreisen wird, um so Hodler und sein Spätwerk auf poetische und humorvolle Art hör- und sichtbar zu machen. "Ich halte die Wahrheit noch über der Schönheit", hat Hodler über sich selbst gesagt, und auch Häusermann geht es darum, das dem jeweiligen Werk Eigene erfahrbar zu machen: "Der Motor ist immer, eine eigene Welt zu platzieren, und wenn ich um jemanden kreise, ist es für mich wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, eine Umgebung, in der ihm dann der rote Teppich ausgerollt werden kann."

Nach "Wenn eine Dolores heisst, muss sie noch lange nicht schön sein" (2007) erfindet Ruedi Häusermann mit "Der Hodler" wieder einen musikalischen Theaterabend am Schauspielhaus Zürich mit Texten von Peter Bichsel, Jura Brüschweiler, Beat Sterchi u.a.

Ruedi Häusermann wurde 1948 in Lenzburg geboren. Er studierte Ökonomie und klassische Querflöte. Früh interessierte er sich für Jazz und freie Improvisation. Der Maler Giuseppe Reichmuth und der Musiker und Regisseur Christoph Marthaler gehören zu seinen wichtigsten künstlerischen Weggefährten. Ruedi Häusermann arbeitete u.a. am Theater Neumarkt in Zürich, am Theater Basel (Bayerischer Theaterpreis für "Das Beste aus: Das Menschliche Versagen (Folge I)" 1999), an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Wiener Burgtheater und bei den Münchner Opernfestspielen.

Der Hodler - Uraufführung
Musiktheatralische Einsicht von Ruedi Häusermann

Weitere Vorstellungen:
11./ 13./ 14./ 16./ 18./ 19. April 2010
29./ 30. Mai 2010
1./ 2./ 24./ 25./ 26./ 27. Juni 2010

Schauspielhaus Schiffbau
Schiffbaustrasse 4
CH - 8005 Zürich

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Klara Manzel, Christoph Hampe, Josa Gerhard, Benedikt Bindewald, Sara Hubrich. Foto/Copyright: Matthias Horn
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Hansrudolf Twerenbold, Sara Hubrich. Foto/Copyright: Matthias Horn
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Jan Bluthardt, Nicolas Rosat. Foto/Copyright: Matthias Horn
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Benedikt Bindewald, Klara Manzel. Foto/Copyright: Matthias Horn