Der Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln wird 2025 an Eva Menasse verliehen

10. September 2025
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Der Ehrenpreis ist die höchste Auszeichnung des österreichischen Buchhandels. Seit 1990 wird er an Personen vergeben, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz in Bezug auf sprachliche sowie kulturelle Vielfalt in herausragender Art und Weise eingesetzt und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels ausgerichtet.

Im Jahr 2025 wird die Autorin Eva Menasse mit dem Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet. Mit ihrem Einsatz für Meinungsfreiheit und offenen Diskurs sowie mit ihrem kreativen Schaffen steht sie konsequent und eindrucksvoll für den kritischen Blick, für Aufklärung und aktives gesellschaftliches Engagement.

Bereits mit ihrem literarischen Debüt „Vienna” (2005) gelang es ihr eindrucksvoll, persönliche Biografie und kollektive Erinnerung miteinander zu verweben. Auch in späteren Werken wie „Quasikristalle” (2013) oder „Dunkelblum” (2021), einem Roman über das kollektive Schweigen rund um ein Kriegsverbrechen, zeigt sich Menasses herausragende Fähigkeit, komplexe gesellschaftliche Prozesse literarisch anspruchsvoll zu fassen.

Ihr Engagement endet nicht bei ihrer literarischen, essayistischen und journalistischen Arbeit: Ihre Haltung manifestiert sich auch ganz konkret in ihrem persönlichen Handeln. Dieses ist von dem Streben nach Toleranz, Meinungsfreiheit und kritischer Reflexion geleitet, wie bei ihrer politischen Positionierung in kritischen Momenten oder bei der Gründung des PEN Berlin im Jahr 2022, dessen erste Vorsitzende sie war.

Mit der Verleihung des Ehrenpreises für Toleranz in Denken und Handeln ehrt der Österreichische Buchhandel eine herausragende Schriftstellerin und eine wichtige öffentliche Intellektuelle. „In Zeiten wachsender Polarisierung, politischer Vereinfachung und aggressiver Diskurse erhebt Eva Menasse ihre unverkennbare Stimme – differenziert, unbequem und präzise”, begründet HVB-Präsident Benedikt Föger den Entscheid der Jury.

Eva Menasse, 1970 in Wien geboren, lebt seit 25 Jahren in Berlin. Sie debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman „Vienna”. Es folgten Romane und Erzählungen („Lässliche Todsünden”, „Quasikristalle”, „Tiere für Fortgeschrittene”), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Bruno-Kreisky-Preis, Jakob-Wassermann-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Ihr letzter Roman „Dunkelblum” war ein Bestseller und wurde in neun Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien der Buchessay „Alles und nichts sagen. Zum Zustand der Debatte in der Digitalmoderne“.