28. Mai 2009 - 3:40 / Archiv / Fotografie 

Arno Schmidt (1914-79) war einer der gleichsam wichtigsten wie eigenwilligsten Autoren der deutschsprachigen Literatur. Als unbequemer Einzelgänger ist er schon früh in die deutsche Literaturgeschichte eingegangen. Weitgehend unbekannt war, dass der Schriftsteller bereits ab 1949 als hochbegabter Amateur leidenschaftlich fotografierte. Neben dem literarischen Werk stellte Schmidt seit 1949 bis zum Todesjahr 1979 weit über 2.500 Farbdias und mehr als 1.000 Schwarz-Weiß-Aufnahmen her.

Eine prägnante Auswahl von etwa 70 Farb- und 120 Schwarz-Weiß-Fotografien beleuchtet im Kunstforum Regensburg eine weitgehend unbekannte Seite des Literaten. Etwa 100 Schwarz-Weiß-Fotografien davon sind in der Ausstellung und im Fotoband erstmalig zu sehen. 20 weitere unveröffentlichte Aufnahmen werden ausschließlich im Kunstforum präsentiert.

Geboren in Hamburg ist Schmidt Ende 1958 nach Bargfeld gezogen, ein kleines Dorf in Niedersachsen. Es wird der letzte Wohnort des Dichters, den er nur selten verlässt. Die flache, eintönige Landschaft bietet nicht nur dem Schriftsteller, sondern auch dem Fotografen Schmidt reichlich Stoff. "Arno Schmidts Foto-Ästhetik verdankt ihren Reiz der Ereignislosigkeit, die der Lüneburger Heide zu Eigen ist", erklärt Dr. Zieglgänsberger, Leiter der Grafischen Sammlung. "Diese weite Landschaft wird durch den insistierenden Blick des Fotografen magisch aufgeladen. Als Dia an die Wand geworfen wird ihre langweilig-schöne Realität plötzlich verblüffend bedeutsam."


Schmidts Fotoalbum – Arno Schmidt als Fotograf
8. März bis 1. Juni 2009

Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Dr.-Johann-Maier-Str. 5
D 93049 Regensburg
T 0049 (0)941 29714-0
F 0049 (0)941 29714-33

Öffnungszeit:
Di bis So 10 - 17 Uhr
Donnerstag 10 - 20 Uhr



  •  8. März 2009 1. Juni 2009 /
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Katzen auf der Veranda Gartenschuppen
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Kuhweide und Schatten des Fotografen
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Landschaft bei Bargfeld II