Der Beginn der Freilichtmalerei um 1800

Die Ausstellung „Zur Sonne! Zur Freiheit!" im Kunst Museum Winterthur, Reinhart am Stadtgarten, widmet sich der Geburtsstunde der modernen Malerei: Dem Beginn der Freilichtmalerei in Öl am Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie zeichnet die vielfältigen Entwicklungswege der Ölstudie als Wegbereiterin des Impressionismus nach und präsentiert frühe Höhepunkte in Italien sowie bedeutende Werke, die in der Schweiz entstanden sind.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts pilgerte eine neue Generation junger Maler aus ganz Europa nach Italien. Sie wollten nicht nur die Kunst der Antike und der Renaissance studieren, sondern auch die Landschaft und das südliche Licht. Unter der Sonne Italiens malten sie die Welt, wie sie sich ihnen darbot. Um Licht und Farben im Moment einzufangen, griffen sie zu Pinsel und Ölfarbe – eine Neuerung. Die dabei entstandenen Werke begeistern noch heute durch ihre Unmittelbarkeit und Frische. Sie lassen uns – zweihundert Jahre nach ihrer Entstehung – den Künstlern gleichsam über die Schultern schauen.

Erstmals traten damals auch die Alpen als eigenständiges Motiv in den Fokus der Künstler. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Schweizer Künstler sowie solche, die auf dem Weg in den Süden in der Schweiz Halt machten und sich von den bislang ungesehenen Landschaften inspirieren ließen. Dadurch wird das klassische Bild der Ölstudie um die wilde alpine Bildwelt erweitert.

Die Schau verbindet Länder und Perspektiven. Sie führt auf Gletscher und an Sandstrände mit Sonnenuntergängen und zeugt von Pioniergeist ebenso wie von zarter Melancholie. Die Werke, die nach der Natur geschaut, empfunden und gemalt wurden, lassen uns die Welt durch die Augen der Künstler neu entdecken. Kuratiert wurde die Ausstellung von David Schmidhauser, Kurator für das 19. Jahrhundert am Museum, gemeinsam mit Florian Illies, Bestsellerautor und Spezialist für die frühe Freilichtmalerei.

Zur Sonne! Zur Freiheit!
Wege der Freilichtmalerei um 1800
Bis 25.10.2026