21. März 2010 - 2:49 / Bühne / Schauspiel 

Eine Frau auf der Fahrt nach Hause. Sechs Stunden sind seit der Beerdigung ihrer besten Freundin Elisabeth, genannt Lilli, vergangen. Sie erinnert sich. Daran, wie Lilli es mit den Männern gehalten hat, wie mit den Bindungen, die man lebenslang eingeht, der Familie, den Kindern, wie mit den vielen kleinen und auch größeren Lügen, dem Abtauchen in Affären und wie mit der tödlichen Krankheit.

Und daran, wie die Ketten um Lilli immer enger geworden sind. Als beste Freundin verwaltet sie die oft wechselnden Lover und verschafft ihr durch vorgeschobene Kulturausflüge Zeit für ihre Abenteuer. Sie skizziert diese Frau als Freundin, als Geliebte, als Ehefrau und Mutter. In ihre die Trauer um den Tod der Freundin mischt sich aber auch Selbstmitleid und Wut. Sie beklagt den Verlust und sie klagt an: die Freundin, weil sie gegangen ist, sich selbst, dass sie ihr nicht die nötige Fürsorge hatte zukommen lassen, weder zu Lebzeiten noch zum Zeitpunkt des Todes, als sie nicht an ihrer Seite war, und insbesondere den Ehemann, die Kinder, den Vater.

"Lilli hatte das Sterben gelernt wie eine Fremdsprache. Sie hat das gemacht wie alles andere auch. Begabt und mit Einsatz. Wir sind ja alle Musterschülerinnen geworden. Wir erfolgreichen Frauen."

Der Abend nach dem Begräbnis der besten Freundin
von Marlene Streeruwitz; Uraufführung
Mit: Alexandra Tichy; Regie Augustin Jagg
Premiere: Freitag, 12. März 2010, 20 Uhr

Weitere Vorstellungen:
14., 18., 19., 20., 21., 24., 25., 26., 27. März 10
jeweils 20 Uhr

Theater Kosmos Bregenz
Mariahilfstrasse 29
A - 6900 Bregenz

W: http://www.theaterkosmos.at/

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Alexandra Tichy; (c) Edgar Leissing
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