27. Dezember 2010 - 2:14 / Ausstellung / Archiv 
1. Oktober 2010 9. Januar 2011

Zeit ist das zentrale Thema im Oeuvre des Belgiers David Claerbout, der zu den international bekanntesten Videokünstlern seiner Generation zählt. Vor allem in den letzten Jahren wurde er mit umfangreichen Einzelausstellungen in Europa (Centre Georges Pompidou, Paris; De Pont, Tilburg) und Nordamerika (MIT, Cambridge; Belkin Art Gallery, Vancouver) gewürdigt. In seinen bildmächtigen Werken arbeitet Claerbout sowohl mit gefundenen, oft historischen Fotografien als auch mit rekonstruierten Bildern und eigenen Filmaufnahmen.

In einer die medialen Grenzen von Fotografie und Film überwindenden, neuen Bildform fügt er dem statischen Bild fast unmerklich Bewegung hinzu, während er das filmische Bild nahezu vollständig entschleunigt. Oftmals beschreibt Claerbout unspektakuläre, wenige Sekunden oder Minuten andauernde Begebenheiten des Alltags, die er mittels digitaler Bildgestaltung zu eindrucksvollen Parabeln über den Sinn des Lebens und die Vergänglichkeit des Seins verdichtet. Zugleich hinterfragen seine technisch komplexen Projektionen die Wahrnehmung und Verbindlichkeit von Bildern vor dem Hintergrund unserer zunehmend digitalisierten Welt.

Anlässlich der Neuerwerbung von zwei Arbeiten des Künstlers für die Sammlung Moderne Kunst vereint die Ausstellung drei neue, raumgreifende Installationen, ergänzt durch zwei frühe, in schwarzweiß gehaltene Werke. Ausstellung und Katalogbuch wurden in enger Kooperation mit David Claerbout und seinem Studio erarbeitet.

David Claerbout, geboren 1969 in Kortrijk, studierte von 1992 bis 1995 an der Nationaal Hoger Instituut voor Schone Kunsten in Antwerpen und 1996 an der Amsterdamer Rijksacademie van Beeldende Kunst. 2002 war er Stipendiat des daad in Berlin, 2007 erhielt er den renommierten Will-Grohmann-Preis. Er hat an einer Vielzahl internationaler Ausstellungen teilgenommen und wird 2010 u. a. auf der Biennale in São Paolo vertreten sein. David Claerbout lebt und arbeitet in Antwerpen und Berlin. Weitere Informationen siehe auch: http://www.davidclaerbout.com

"Das Dreieck von Dauer ist eines von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Ich versuche diese drei Elemente auf derselben Oberfläche zu erfassen. Ich versuche, in den Videoarbeiten ein Bewusstsein zu erlagen von der Vergangenheit des Bildes, seiner Gegenwart und was es in Zukunft bedeuten könnte." (David Claerbout)

David Claerbout
1. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011

Pinakothek der Moderne
Kunstareal, Barer Str. 40
D - 80799 München

T: 0049 (0)89 23805-360
F: 0049 (0)89 23805-125
E: info@pinakothek.de
W: http://www.pinakothek.de/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



Ähnliche Beiträge


David Claerbout. Die reine Notwendigkeit Sa, 15.10.2016
Diese Sonne strahlt immer Do, 14.06.2012
Next Generation Mi, 27.10.2010
The Power of Motion Mi, 29.09.2010
After the Quiet Di, 26.08.2008

  •  1. Oktober 2010 9. Januar 2011 /
13256-1325601.jpg
Long Goodbye, 2007. Still 3, Videoprojektion; Pinakothek der Moderne, München. © David Claerbout
13256-1325602.jpg
Long Goodbye, 2007. Still 5, Videoprojektion; Pinakothek der Moderne, München. © David Claerbout
13256-1325603.jpg
Riverside, 2009. Still girl 43, Videoinstallation; Courtesy David Claerbout and Galleries Hauser & Wirth, Yvon Lambert, Micheline Szwajcer, Rüdiger Schöttle, Jörg Johnen. © David Claerbout
13256-1325604.jpg
Sunrise, 2009 Still. 20 C, Ein-Kanal-Videoprojektion; Courtesy De Pont, museum for contemporary art, Tilburg. © David Claerbout
13256-1325605.jpg
Kindergarten Antonio Sant'Elia, 1932. Videoprojektion; Pinakothek der Moderne, München. © David Claerbout; Pinakothek der Moderne, München. © David Claerbout