Das Zentrum Paul Klee präsentiert 2026 drei große Einzelausstellungen

Das Zentrum Paul Klee hat für 2026 drei große Einzelausstellungen geplant. Damit setzt es seine Ausstellungsreihen zu Positionen der globalen Moderne und deren Erbe fort.

Eröffnet wird das Jahr mit einer umfassenden Ausstellung zu Kurt Schwitters, der mit seiner Kunst eine unverwechselbare Synthese aus Kunst, Design und Literatur schuf und wie kaum ein anderer den Geist der Avantgarde, des Aufbruchs und der künstlerischen Freiheit der 1920er-Jahre verkörperte. Im Herbst präsentiert das Zentrum Paul Klee zum ersten Mal in der Schweiz das Werk des brasilianischen Künstlers Roberto Burle Marx. Er revolutionierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Landschaftsarchitektur, indem er Gestaltungsprinzipien aus der Malerei und der Musik auf die Natur übertrug. Im Sommer zeigt das Zentrum Paul Klee die monumentalen Arbeiten der deutschen Malerin Anne Loch. In der Dauerausstellung „Kosmos Klee” werden Schwerpunkte zu Hans Fischli, Florence Henri und den Rückseiten von Klees Werken präsentiert.

Kurt Schwitters (1887–1948) gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler der Avantgarde. Sein vielschichtiges Werk reicht von dadaistischen Collagen und dem begehbaren „Merzbau”, einem Vorläufer der Installationskunst, bis hin zu naturalistischen Porträts und Landschaftsbildern. Schwitters war auch als Schriftsteller aktiv und verfasste eine Vielzahl experimenteller Texte, darunter Manifeste, Märchen und Gedichte. Schwitters. Grenzgänger der Avantgarde ist die erste umfassende Ausstellung zu Kurt Schwitters in der Schweiz seit 20 Jahren. Mit der Präsentation beleuchtet das Zentrum Paul Klee seine Rolle als unabhängiger Künstler zwischen den Strömungen der Moderne und führt Kunst, Literatur und Leben zu einer neuen Gesamtsicht auf den Künstler zusammen.

Die große Herbstausstellung ist dem legendären brasilianischen Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx (1909–1994) gewidmet, der zugleich Maler, Grafiker, Bildhauer, Schmuckdesigner, Bühnen- und Kostümdesigner, Umweltaktivist und Sammler war. Im Geiste der brasilianischen Avantgarde revolutionierte er die Landschaftsarchitektur: Mit tropischen Pflanzenarten aus Brasilien gestaltete er Gärten und Parkanlagen, die an abstrakte Gemälde erinnern. In engem Dialog mit den besten modernen Architekten und Künstlern seiner Zeit integrierte er Skulpturen, Reliefs und Wandgemälde in seine Landschaftsprojekte und setzte sich in seinem vielseitigen Schaffen für die kulturelle Aufwertung dessen ein, was als „brasilianisch” galt.

Eine erfolgreiche Karriere schien vorgezeichnet, doch dann zog sich die deutsche Künstlerin Anne Loch (1946–2014) zurück und ließ sich in Thusis in der Schweiz nieder. Unermüdlich und im Stillen arbeitete sie in den Bündner Bergen weiter und schuf ein geheimnisvolles Œuvre voller Spannung. Ihre monumentalen Blumen, Tiere, Insekten und Landschaften wirken nur auf den ersten Blick idyllisch und geben trotz ihrer Größe kaum etwas preis. Die umfassende Einzelausstellung Anne Loch. Malerei: Na und? setzt die Ausstellungsreihe etablierter zeitgenössischer Positionen der Malerei, wie beispielsweise Bridget Riley (2022) oder Rose Wylie (2025), fort. Im Zentrum steht Lochs Auseinandersetzung mit dem Medium und die Auflösung ihrer Motive.