Im Skulpturendepot des Museum Liaunig wird derzeit eine Ausstellung gezeigt, die sich dem bildhauerischen Werk des 1936 in St. Leonhard bei Freistadt (Oberösterreich) geborenen Künstlers Robert Tauber widmet. Kuratiert wird die Ausstellung von Alexandra Grimmer. Gezeigt werden 29 Skulpturen und ein Relief aus den Jahren 1962 bis 1983, was einen konzentrierten Einblick in ein umfangreiches Œuvre, das rund 200 Arbeiten umfasst, bietet.
Robert Tauber wurde an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Josef Pillhofer ausgebildet und entwickelte früh eine eigenständige Formensprache. Ausgangspunkt seines Schaffens ist die Figur, die er jedoch nie isoliert, sondern stets im Verhältnis zum umgebenden Raum denkt. Seine Skulpturen sind keine statischen Körper, sondern definieren sich im Dialog mit ihrer Umgebung. Charakteristisch für Taubers Werk ist die unmittelbare Arbeit am Material. Ohne vorbereitende Zeichnungen entstehen seine Skulpturen direkt aus Holz oder Stein. Besonders Holz wird zum zentralen Werkstoff, dessen Oberfläche er durch Beizen, Polieren, Vergolden oder den Einsatz von Harzen vielschichtig bearbeitet. Im Laufe der Zeit entwickeln die Werke eine individuelle Patina – ein Prozess, den Tauber bewusst in seine künstlerische Praxis einbezieht.
Die Präsentation im Skulpturendepot bringt Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen in einen offenen Dialog. Einzelne Werke stehen für sich, andere bilden Gruppen und thematische Bezüge. Im Zentrum des Raumes fungiert die Skulptur „Natterzwerg” (1966) als verbindendes Element, das mit den umliegenden Arbeiten in Beziehung tritt. Abseits einer chronologischen Ordnung begegnen sich die Skulpturen als eigenständige Positionen. Gemeinsam veranschaulichen sie Taubers kontinuierliche Auseinandersetzung mit Form, Material und Raum. Die Ausstellung macht sichtbar, wie sich ausgehend von der Figur ein vielschichtiges skulpturales Denken entfaltet hat, das über Jahrzehnte hinweg konsequent weiterentwickelt wurde.
Robert Tauber – Dem Raum zugeschrieben
bis zum 31. Oktober 2026