Mi, 02.05.2018 / Rosemarie Schmitt / Musikuß
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Nachdem die große Welle aus Feuer und Zorn sich zurückgezogen hat, ist es an meiner Zeit. Was bleibt nach der Lektüre von diesem Enthüllungsbuch? Feuer? Zorn? Langeweile? Unterhaltung? Bedenken? Was überhaupt enthüllt es? Was oder wen enthüllt der Autor Michael Wolff?

Weshalb der Titel «Feuer und Zorn»? Diese Frage sei zuerst beantwortet. Donald Trump und sein kleines Wahlteam bereiteten sich auf einen Untergang mit Feuer und Zorn vor. Er oder es sollte als Opfer von Machenschaften der «bösen» Hillary Clinton ganz groß rauskommen – auf allen Fernsehkanälen. Trump wollte, was die Popularität betrifft, an allen vorbeiziehen. An allen vorbei zog die bei Rowohlt erschienene Übersetzung des sogenannten Enthüllungsbuches «Fire and Fury» in die Sachbuch-Charts. Aus dem Stand auf Platz 1 (dank eines cleveren Marketingkonzeptes).

Doch gehört es tatsächlich dorthin? Ist dieses Buch sachlich genug sich ein Sachbuch zu nennen? Ich denke nein! Ehrlich beworben hätte es sicherlich etwas mehr Zeit beansprucht, die Bestsellerlisten zu erklimmen. Ehrlich, mit dem was es eben ist: Die persönliche Meinung/Interpretation eines Journalisten. Unter diesem Aspekt hätte es zweifelsfrei auch die Zustimmung vieler Leser bekommen. Hat es meine Zustimmung?

Meine Meinung ist, so wie es so ist, sehr abhängig von meinen Erwartungen. Ich wusste, dass Michael Wolff ein Journalist der Kategorie Klatschreporter ist.

Michael Wolff, 1953 geboren, ist ein amerikanischer Journalist und Autor. Er schreibt für Vanity Fair, The Hollywood Reporter, The Guardian, USA Today und die britische Ausgabe von GQ. Er hat sechs Bücher veröffentlicht, darunter The Man Who Owns the News (2008), eine Biographie von Rupert Murdoch. Wolff hat zahlreiche Preise für seine Arbeit erhalten, darunter zweimal den National Magazine Award. Er lebt in New York und hat vier Kinder.

Insofern war ich weder überrascht, noch irritiert. Was mich irritierte, ist das Genre, dem «Feuer und Zorn» zugeordnet wurde. Ein Sachbuch? Dazu ist es zu unsachlich. Ein Roman? Die Kriterien eines solchen erfüllt es nicht. Sei’s drum. Was Wolff erzählt passt allzu gut zu dem Bild, welches die Medien uns von Trump malen.
Zu diesen Medien gesellt sich auch Wolffs «Feuer und Zorn». Und was dieser Wolff alles weiss! Er behauptet gar zu wissen, was Donald Trump denkt! Ich zitiere gleich aus mehreren Stellen des Buches: «… dachte Trump.»
In einer Rede vor Mitarbeitern der CIA sagte D. Trump : «… Ich bin jung!» Zwei Sekunden später: «Als ich jung war ...» So so Herr Trump. Was denn jetzt.

Es wäre sehr amüsant, würden diese bizarren Geschichten nicht von dem 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten Amerikas erzählen. So jedoch hat «Feuer und Zorn» etwas Beängstigendes, Unglaubliches und Bitteres.
Als Leser hätte ich diese Lektüre wahrscheinlich spätestens nach den ersten 30 Seiten ad acta gelegt. Doch war ich ein Hörer, kein Leser! Und das ist in diesem Fall ein großes Glück.

Dieses Argon-Hörbuch macht Spaß! Denn dieser Sprecher…! Wie er insbesondere Trumps Rolle spricht!
Richard Barenberg hat in Leipzig Schauspiel studiert und fühlt sich auf der Bühne ebenso zuhause wie vor der Kamera oder vor dem Mikrofon. Seine warme, unwiderstehliche Stimme und seine kluge Interpretation garantieren ein echtes Hörerlebnis.

Herzlichst,

Ihre Rosemarie Schmitt

Wer bis zum 9.Mai 2018 folgende Frage korrekt beantwortet, erhält ein
Exemplar des Argon-Hörbuches «Feuer und Zorn». Bei mehr als einer richtigen
Antwort entscheidet das Los. Mail an:
w.rosemarie.schmitt@gmail.com

Wer liest Michael Wolffs «Feuer und Zorn" für Argon-Verlag?

Michael Wolff / Feuer und Zorn

Ungekürzte Lesung

Sprecher: Richard Barenberg

Laufzeit: 15 Stunden, 2 MP3- CDs Multibox

€ 29,95 (unverbindliche Preisempfehlung)
ISBN 978-3-8398-1649-3

Buchverlag: Rowohlt

Erschienen am 16. Februar 2018

Die Meinung von Gastautoren muss nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen. (red)



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