15. Juni 2012 - 2:07 / Bühne / Schauspiel 

Glücksritter gab es schon immer, scheint’s. Heute nennt man sie Wanderarbeiter. Die baulichen Wahrzeichen der Metropolen wären ohne sie nicht entstanden. In Europa sind es lediglich mehrere hunderttausend Menschen. In China schätzt man die Zahl, derer die wandernd ihre Arbeitskraft und Lebenskraft veräußern auf 250 Millionen.

Wang Cai und Lai Fu haben Mamas Segenswünsche noch im Ohr, als sie sich mit weichen Knien und großen Sprüchen auf den Lippen auf den Weg machen in die große Stadt. Sehr bald stellen sie fest, dass Glück nicht leicht zu haben ist. Es ergeht ihnen, wie es allen ergeht, die ohne Geld zu überleben versuchen: Sie finden Arbeit und verlieren sie wieder, sie treffen auf fragwürdige Helfer, geraten in zwielichtige Situationen, finden sich wieder auf Krankenstationen und Polizeirevieren. Aber Meng Jinghuis Stück ist alles andere als eine düstere Sozialtragödie. Seine Protagonisten sind Komödianten, schnell, frech und ständig im Gespräch mit dem Publikum. Ihren Schmerz, ihre Sehnsüchte und Hoffnungen verwandeln sie in Musik. Und so ist das Stück eine atemberaubende Mischung aus Stegreifkomödie, Slapstick, Gegenwartsdrama und Popkonzert.

Men Jinghui gehört als Autor und Regisseur zur Avantgarde der chinesischen Theaterszene. Meng Jinghui wurde 1965 in Peking geboren. Nach einem Studium an der Chinesisch-Fakultät der Capital Normal University bestand er die Aufnahmeprüfung für die Central Academy of Drama und wechselte als Masterstudent ins Regiefach. Meng Jinghui gilt heute als der erfolgreichste Regisseur des experimentellen Theaters in China. 2008 begründete er das Beijing Fringe Festival, ein Jugendtheater-Festival, dem er als künstlerischer Leiter vorsteht.

""Lebensansichten zweier Hunde" gehört für mich zu d e n Entdeckungen der Gegenwartdramatik. Der chinesische Avantgarde-Regisseur und Autor Meng Jinhui erzählt mit viel Humor vom Schicksal zweier junger Männer, die sich in Glücksritter-Manier als Wanderarbeiter verdingen wollen. Dabei nutzt der Autor alle Stilmittel, die das Theater bietet und schafft mit dieser Mixtur aus Drama, Standup-comedy und Karaoke dennoch ein geschlossenes Stück, das den Zuschauer nie unterfordert. Die österreichische Erstaufführung ist ein MUSS! (nämlich: MUSS unbedingt geguckt werden)". (Dirk Diekmann, Chefdramaturg am Landestheater)

China ist weltweit der Kreditgeber Nummer eins! Mit "Lebensansichten zweier Hunde" erfahren wir nun endlich was hinter der chinesischen Mauer vorgeht!

Lebensansichten zweier Hunde von Meng Jinghui
Mit Lukas Kientzler und Andreas Jähnert
aus dem Chinesischen von Katrin
Zimmermann und Andreas Guder
Regie: Martin Olbertz
Ausstattung: Julia Kopa und Andrea Hölzl
Premiere: Samstag, 3. März im Kleinen Haus

Weitere Vorstellungen:
Sa 10/03, Sa 24/03, Mi 04/04
Fr 20/04, Sa 05/05, Di 29/05, Di 19/06

Vorarlberger Landestheater
Seestraße 2
A - 6900 Bregenz

W: http://www.landestheater.org/

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  •  3. März 2012 19. Juni 2012 /
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Foto: Anja Köhler
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