19. August 2011 - 1:31 / Ausstellung / Sonstige 
2. März 2011 21. August 2011

"Kaffeehäuser ermuntern die Gäste, eigene Gewohnheiten zu entwickeln und zu pflegen. Sie sind die Aufmerksamkeitsmaschinen, die uns Zeit und Raum anbieten", sagt der Architekt und Designer Gregor Eichinger, der die Regie für "Das Große Wiener Kaffeehaus-Experiment" übernommen hat. Ziel des von MAK und departure, der Kreativagentur der Stadt Wien, initiierten Projekts ist es, das Kaffeehaus als kulturell und sozial wichtigen Knotenpunkt der Stadt des 21. Jahrhunderts neu zu definieren. Die dabei generierten visionären Gestaltungsansätze werden sogleich öffentlich erprobt.

2011 wird die Kooperation "design> neue strategien" von MAK und departure unter einem angewandten Forschungsaspekt fortgesetzt. Das erfolgreiche Zusammenspiel aus Gastbeiträgen von Designexperten aus London, Mailand und Wien wird nun um Positionen aus Berlin und New York erweitert. Das aus Ausstellungen im MAK Design Space und Modulen aus Lectures, Workshops, Research- und Work-in-Progress-Präsentationen aufgebaute Jahresprojekt kann als öffentlich zugängliches Designlabor mitverfolgt werden. Höhepunkt wird "Die Versuchsanordnung", ein Kaffeehaus-Prototyp mit Testbetrieb im MAK, sein.

In Anlehnung an Eichingers Vortrag "Das Wiener Kaffeehaus – die Entstehung der Arten“ (MAK, 2009) zeigt eine Work-in-Progress-Ausstellung als Kick-off zur Phase I im MAK Design Space Aspekte zum Status quo des Wiener Kaffeehauses. Julia Landsiedl, MAK Designer-in-Residence 2011, beobachtet und interviewt die Kaffeehausszene, sammelt Anschauungsbeispiele und durchforstet die MAK-Sammlung nach thematischen Hinweisen. Zu sehen ist eine dreidimensionale Mind-Map, eine kognitiv erstellte und kommentierte Collage aus historischen und aktuellen Zeichnungen, Plakaten, Fotografien und Objekten zur Kaffeehauskultur.

Darunter finden sich frühe Beispiele des Coffee-to-go wie auch digitale Bestellsysteme sowie Entwürfe für zum Teil nicht mehr existierende Kaffeehäuser von Josef Hoffmann, Adolf Loos und Oswald Haerdtl bis hin zu Prototypen von Polka und dottings. Die Ausstellung dient als Impuls für drei "Design Labs" und wird mit Projektverlauf ständig ergänzt. Die Labormodule beginnen mit einem öffentlichen Gastvortrag und enden mit einer öffentlichen Präsentation im MAK. Dazwischen liegt ein intensiver Workshop für ca. 20 Teilnehmer. Unter der Forschungsleitung von Gregor Eichinger sollen Ansätze und Ideen für die Zukunft des Kaffeehauses entwickelt werden. Bewerben können sich Interessenten aus den Bereichen Architektur, Design und bildender Kunst (kaffeehaus-experiment@MAK.a).

Gast des MAK Design Lab.01 ist raumlaborberlin (Lecture: 8.3.2011, MAKVortragssaal; Workshop: 9./10.3.2011 nur nach Aufnahmezusage; Präsentation: 28./29.4.2011, MAK-Säulenhalle). Die interdisziplinär arbeitende Gruppe aus Architekten und Urbanisten mit Basis Berlin befasst sich mit dem öffentlichen Raum, Städten in Transformation und den Grenzen von öffentlich und privat. raumlaborberlin forscht nach zeitgemäßen Lösungen für die urbane Infrastruktur, zu der das Kaffeehaus zweifellos zählt. Weitere Gäste der "Design Labs" werden Antenna Design, New York, und Andrea Branzi, Mailand, sein.

Das Große Wiener Kaffeehaus-Experiment Phase I
2. März bis 21. August 2011

MAK
Stubenring 5
A - 1010 Wien

T: 0043 (0)1 711 36-0
F: 0043 (0)1 713 10-26
E: office@mak.at
W: http://www.mak.at/

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Kolorado Neustadt; © raumlaborberlin
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Bang Bang; © Anyang Public Art Project, Anyang, South Korea
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Andrea Branzi; © Karmar-Kollektiv Fischka