Ab dem 21. August 2026 laden fünf neue Stationen dazu ein, die Designsammlung des Museums für Gestaltung Zürich aus ungewohnten Perspektiven zu entdecken. Fotograf:innen, Studierende und externe Gäste setzen sich mit ausgewählten Objekten auseinander und eröffnen neue Sichtweisen auf Themen wie Sammeln, Materialität, Gestaltung und globale Designgeschichten. Mit seinen regelmäßig neu konzipierten Ausgaben eröffnet das „Forum” immer wieder neue Zugänge zur Sammlung und macht die „Swiss Design Collection” zu einem lebendigen Ort des Dialogs.
Mit über 580 000 physischen, hybriden und digitalen Objekten beherbergt das Museum die größte Sammlung zur Designkultur in der Schweiz. In der „Swiss Design Collection” im Toni-Areal werden rund 2 500 ausgewählte Objekte präsentiert. Die Dauerausstellung vereint die Bereiche Grafik, Typografie, Plakatgestaltung, Textil, Produktdesign und Kunstgewerbe und macht die Vielfalt des Designs erlebbar. Zu den Höhepunkten gehören unter anderem die weltberühmte Schrift Helvetica sowie die Marionetten von Sophie Taeuber-Arp. Ein Teil des Archivs ist ebenfalls öffentlich zugänglich und bietet einen spektakulären Einblick in die Tiefen der Sammlung. Ein besonderes Augenmerk gilt der Möbelsammlung, die mit einem Schwerpunkt auf Schweizer Design in Szene gesetzt wird.
Die „Swiss Design Collection” versteht sich jedoch nicht nur als Präsentation herausragender Sammlungsbestände, sondern auch als lebendiger Dialog mit externen Stimmen. Das Forum bildet den wechselnden Bereich der Dauerausstellung. Mit jeder neuen Ausgabe haben Kulturschaffende, Designer:innen und Studierende die Möglichkeit, die Sammlung aus ihrer eigenen Perspektive zu betrachten und einen Ausstellungsbereich zu gestalten. So entstehen überraschende Zugänge zur Geschichte und Gegenwart des Designs.
Die neue Ausgabe des Forums umfasst fünf Stationen:
Curated by: Lena Amuat & Zoë Meyer
Die Fotografinnen beschäftigen sich seit 2008 mit Sammlungen in ganz Europa und untersuchen Fragen rund um Wert, Erinnerung und die Geschichten von Objekten. In ihrer eigens für das Museum für Gestaltung Zürich entstandenen Installation untersuchen die beiden die Keramiksammlung des Hauses. Eine Auswahl keramischer Objekte aus der Sammlung wird einer früheren fotografischen Arbeit gegenübergestellt. Die Fotografien aus ihrer Serie „Verlorene Sammlung” (2015) verweisen auf Objekte anderer Sammlungen, die heute nur noch in Dokumentationen existieren. Durch die Gegenüberstellung öffnet sich ein Dialog zwischen dem Unbekannten und den realen Objekten. Es entstehen neue Verbindungen, die zum Nachdenken über Sammeln, Bewahren und Erinnern anregen.
Buchgestaltung an der Hochschule Luzern
Wie lassen sich Sammlungsobjekte in zeitgemäße Publikationen übersetzen? Mit dieser Frage setzten sich Studierende des Bachelorstudiengangs „Graphic Design” der Hochschule Luzern (HSLU) auseinander. Unter der Leitung von Megi Zumstein, Valentin Hindermann und Mirko Leuenberger entwickelten sie auf Grundlage von Objekten, Bildern und Texten aus der Sammlung des Museums für Gestaltung Zürich eigenständige Buchkonzepte. Die Buch-Prototypen zeigen, wie historische Bestände durch grafische Gestaltung neu interpretiert werden können.
Neu in der Sammlung: „Healing Light”
Vielfältige Lichtobjekte aus dem Projekt „Healing Light” sind Teil der neuen Ausgabe des „Forums”. Sie sind in einem Kooperationsprojekt des Bachelorstudiengangs Art Education der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit dem Universitäts-Kinderspital Zürich entstanden. Gemeinsam mit jungen Patient:innen untersuchten die Studierenden, wie gestaltetes Licht beruhigen, ablenken, trösten oder Trost spenden kann. Einer der entstandenen Prototypen wurde in die Designsammlung des Museums aufgenommen.
Hands-on! Die Sammlung zum Anfassen
Design erschließt sich nicht nur über das Sehen, sondern auch über das Tasten. Am runden Tisch dürfen ausgewählte Sammlungsobjekte mit den Händen erkundet werden. Die Auswahl und das Konzept hierfür entstanden in Zusammenarbeit mit Expert:innen mit Sehbehinderungen. Besucher:innen können sich dabei von den Hörbeschreibungen der blinden Radiojournalistin Yvonn Scherrer leiten lassen. Diese eröffnen einen neuen Zugang zum Tasten.
Glarner Tücher für den afrikanischen Markt
Die neue Ausgabe des „Forums” richtet den Blick auch auf die globalen Verflechtungen des Schweizer Designs. Im Mittelpunkt dieser Präsentation stehen die sogenannten „Mouchoirs Sénégalais” – in Glarus produzierte Baumwolltücher für den westafrikanischen Markt aus den 1920er bis 1940er Jahren. Die Installation, die den Namen „Hänggiturm” trägt und den Raum vollständig ausfüllt, zeigt, wie eng die Schweizer Textilproduktion bereits im 19. Jahrhundert mit internationalen Handelsnetzwerken verbunden war, und eröffnet neue Perspektiven auf die internationale Geschichte des Schweizer Designs.
Im „Studio der Swiss Design Collection” ist das Publikum eingeladen, selbst aktiv zu werden und zu gestalten. Materialien und Ideen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene laden zum Falten, Experimentieren und Entwerfen ein. Der Fokus liegt auf stereometrischen Körpern und Verpackungsdesign.
Das Forum der Swiss Design Collection
präsentiert eine neue Ausgabe
ab 21. August 2026