Das druckgrafische Schaffen von Hugo Suter

Im Rahmen eines von der Graphischen Sammlung ETH Zürich und der Hugo und Mariann Suter Stiftung initiierten Forschungsprojekts wurde das druckgrafische Werk von Hugo Suter (1943–2013) erstmals wissenschaftlich untersucht, erfasst und in einem digital publizierten Catalogue raisonné zugänglich gemacht.

Parallel zur Veröffentlichung des Werkverzeichnisses erlaubt die Ausstellung einen erweiterten, medienübergreifenden Zugang zum Schaffen des Schweizer Künstlers. Ein gedruckter Essayband begleitet das umfangreiche Projekt.

Die Druckgrafik bildet einen wichtigen Schwerpunkt im Œuvre von Hugo Suter. Das Werk des Schweizer Künstlers zeichnet sich durch eine spielerische, aber auch sehr nachdenkliche Auseinandersetzung mit Themen und Motiven aus, für die er zeitlebens Inspiration in seiner unmittelbaren Umgebung fand: den Lichtverhältnissen in seinem Atelier, dem Hallwilersee vor seiner Haustür und Trouvaillen aus Zeitschriften.
Gleichzeitig bestechen die Arbeiten durch eine präzise und hochwertige Ausarbeitung. Besonders intensiv hat sich Hugo Suter mit dem Werkstoff Glas befasst. So überrascht es nicht, dass es sich bei vielen seiner Drucke um Glasdrucke handelt. Glas erlaubte es dem Künstler, seine oft vielschichtigen Bildideen adäquat umzusetzen.

In der Ausstellung wird das technisch und inhaltlich komplexe Werk dem interessierten Publikum nähergebracht. Neben druckgrafischen Blättern sind auch Fotografien, Handzeichnungen und dreidimensionale Objekte zu sehen. Dadurch werden die werkimmanenten Verästelungen und medialen Verbindungen erfahrbar – dieses „Fließen und Sprießen” von Bildern und Gedanken zeichnet das Werk von Hugo Suter aus. Gleichzeitig macht die Ausstellung den künstlerischen Prozess nachvollziehbar. Hugo Suter, gelernter Tiefdruckretuscheur und unermüdlicher „Herumpröbler”, lotet die Möglichkeiten etablierter Drucktechniken, insbesondere der Hyalografie, aber auch des Siebdrucks und der Radierung, oft bis an ihre Grenzen aus. Oft greift er zu ungewöhnlichen Methoden und testet teilweise über Jahre neue Materialien aus. Bei der Werkauswahl bildete der Nachlass des Künstlers eine unschätzbare Quelle von Unentdecktem und Vergessenem, insbesondere seine Tagebücher und Arbeitsmaterialien. Zusammen mit den Beständen der Graphischen Sammlung der ETH Zürich ermöglichen diese Werke einen intensiven und assoziativen Einblick in das poetische Schaffen eines wichtigen Protagonisten der Schweizer Kunst und bieten eine zeitgemäße Neubetrachtung seiner über vierzigjährigen Tätigkeit.

Hugo Suter (1943–2013) wuchs in Gränichen im Kanton Aargau auf und zog später an den Hallwilersee, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte. Nach einer Lehre als Tiefdruckretuscheur und einer Ausbildung zum Zeichenlehrer an der Zürcher Kunstgewerbeschule war er von 1968 bis 1974 Mitglied der Ateliergemeinschaft am Ziegelrain in Aarau. Fortan war er als freischaffender Künstler tätig. Das Gesamtwerk von Hugo Suter zeichnet sich durch eine ausgeprägte Multimedialität und nachdenkliche Bildschöpfungen aus. Oft wechselt er in einzelnen Werkgruppen spielerisch zwischen Malerei, Fotografie und Druckgrafik. Auch im Bereich der Kunst am Bau hat sich der Künstler, der außerordentlich oft mit Glas arbeitete, verdient gemacht.

Hugo Suter. Fliessen und Sprießen. Das druckgrafische Schaffen
19. August – 9. November 2026