1. Juli 2012 - 2:25 / Ausstellung 
2. März 2012 4. Juli 2012

Es gilt als des Menschen liebstes Spielzeug – das Auto. Ein Objekt, welches im Leben des Einzelnen eine ebenso große Rolle spielt wie in technischen, wirtschaftlichen, ästhetischen, stadt- und verkehrsplanerischen Kontexten muss KünstlerInnen zwangsläufig interessieren. Während der Schau "Car Culture. Das Auto als Skulptur" wird der große Ausstellungssaal des LENTOS zum Parkplatz, auf dem sich künstlerische Vehikel ein Stelldichein geben.

Als Kultobjekt und Symbol für individuelle Freiheit ist das Automobil Medium der Mobilität par excellence sowie Ausdrucksträger für Lifestyle und Luxus. Gleichzeitig steht das Auto für die Gefährdung unseres Planeten: Raubbau an Ressourcen, Umweltzerstörung, Verkehrsinfarkt, Unfälle. Und auf der lebenspraktischen Ebene des Alltags: Ärger mit Parkplatznot, teuren Mechanikerstunden, Dränglern auf der Autobahn, immer höheren Spritpreisen. Dann wieder die Lust am neuen Wagen: Jetzt geht’s los! Die Attraktivität des Autos bleibt ungebrochen. Wie lange kann das noch funktionieren?, fragen wir uns besorgt – und steigen ein.

Ein Objekt, welches im Leben des Einzelnen eine ebenso große Rolle spielt wie in technischen, wirtschaftlichen, ästhetischen, stadt- und verkehrsplanerischen Kontexten muss Künstlerinnen und Künstler zwangsläufig interessieren. Wolf Vostell 1969: "Das Auto ist die Plastik des 20. Jahrhunderts." Bis heute widmen sich erstaunlich viele KünstlerInnen dem Auto: liebevoll, kritisch, intelligent, mit Augenzwinkern.

Der große Ausstellungssaal des LENTOS wird zum Parkplatz, auf dem sich künstlerische Vehikel ein Stelldichein geben. Aufgeladene Luxusobjekte wie Porsche und Ferrari werden schonungslos bearbeitet und ihrer Qualitäten entledigt, um als dysfunktionale Doppelgänger wiederzuerstehen. Gesellschaftshistorisch relevante Rollen von ikonischen Modellen wie "Trabbi", VW-Käfer oder Mercedes-Benz werden verdeutlicht, während verspielte Veränderungen an Nutzfahrzeugen verborgene Konnotationen offensichtlich machen.

Die Schau zeigt die soziale, künstlerische und wirtschaftliche Relevanz des Auto-Kults aus künstlerischer Perspektive – kritisch, verblüffend und unterhaltsam.

KünstlerInnen: Franz Ackermann (Außenraum), Gottfried Bechtold, Ecke Bonk, Hofmann / Moises / Schatzl (Außenraum), Christoph Keller, Köbberling / Kaltwasser, Hans Kupelwieser, Alicja Kwade (Außenraum), Hannes Langeder, Michaela Melián, Olaf Mooij, Fritz Panzer, Axel Philipp, Fabrizio Plessi, Tobias Rehberger, Valentin Ruhry, Georg Seibert (Außenraum), SUPERFLEX, Gustav Troger, Lieven van Velthoven, Peter Weibel, Erwin Wurm, Yin Xiuzhen

Car Culture. Das Auto als Skulptur
2. März bis 4. Juli 2012

Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
A - 4020 Linz

W: http://www.lentos.at/

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Fritz Panzer: Volkswagen, 2012. Foto: © Courtesy Fritz Panzer und Krobath Wien | Berlin
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Folke Köbberling/ Martin Kaltwasser: Crushed Cayenne, 2008. Galerie Anselm Dreher, Berlin; Foto: maschekS. © VBK, Wien 2012
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Leo Schatzl/ Severin Hofmann/ David Moises: Gimme Gummi, 2003. Foto: Leo Schatzl; © VBK, Wien 2012
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Ecke Bonk, Deutsche Einheit/ German Unit: Trabant E Klasse/ Modell Brandenburger Tor, 1989/2009. Sammlung Showground Trust, Waimate North, NZ. Foto © Ecke Bonk; Foto: Hartmut Nägele
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SUPERFLEX: Burning Car, 2008; Videostill