Das Atelier - Denkraum, Produktionsstätte und Sehnsuchtsort

Die Ausstellung „Im Atelier. Raum, Arbeit, Mythos” mit Werken aus der Sammlung sowie ausgewählten Videoarbeiten wird am 25. Januar im Kabinett des Bündner Kunstmuseums eröffnet.

Das Atelier gilt seit jeher als Projektionsfläche: ein Ort des Rückzugs und der Inspiration, aber auch ein Raum der Intimität und der öffentlichen Zuschreibung. Alberto Giacometti hat mit seinem kargen, beinah mythischen Atelier diesen Topos geprägt. Heute kann das Atelier eine Fabrik sein oder ein kollektiver Arbeitsraum, in dem Kunst aus sichtbaren Prozessen entsteht. Für viele Kunstschaffende der Gegenwart ist das Atelier nicht nur ein physischer Ort, sondern auch ein Bildschirm, ein digitales Netzwerk. Zugleich wurde das Atelier immer wieder selbst zum Motiv, zur Bühne künstlerischer Arbeit.

Die Ausstellung beleuchtet unterschiedliche Vorstellungen, Mythen und Realitäten des Ateliers, indem sie Werke aus der Sammlung mit einer Auswahl von Videoarbeiten – unter anderem von Klodin Erb, Paul McCarthy und Adrian Paci – vereint. Diese zeigen das Atelier als globale Produktionsstätte, als Denkraum und Ort der Imagination – und zugleich als Ort, an dem das romantische Bild des Künstlerraums ironisch gebrochen und hinterfragt wird. Dabei erscheint das Atelier auch als Sehnsuchtsraum, dessen Bedeutung im Wandel steht. Wie wirken sich Globalisierung und Digitalisierung auf die Produktion künstlerischer Arbeit im Atelier aus? Und wie prägen die Vorstellungen vom Atelier bis heute das Selbstverständnis von Kunstschaffenden? Wer arbeitet heute im Atelier – und wer träumt nur noch von ihm?

Mit Werken von Matthew Barney, Mirko Baselgia, Flurin Bisig, Klodin Erb, Stefan Gritsch, Maude Léonard-Contant, Catrin Lüthi, Paul McCarthy und Adrian Paci.

Im Atelier. Raum, Arbeit, Mythos
25. Januar bis 5. Juli 2026