Crypto Art - Die NFT-Sammlung des ZKM

Bereits im Jahr 2017 begann das ZKM (Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe) als eine der ersten Institutionen weltweit damit, Crypto Art in seine Sammlung aufzunehmen, und erwarb eine Reihe von NFTs (Non-Fungible Tokens). Die damals erworbenen Werke zählen heute zu den bekanntesten dieser Kunstgattung. Mit der Ausstellung „The Story That Has Just Begun“ ist das ZKM Karlsruhe in der EnBW-Zentrale zu Gast und lädt zur Auseinandersetzung mit dieser jungen, sich dynamisch entwickelnden Kunstform ein.

Mit ikonischen NFT-Arbeiten wie den „CryptoPunks” (2017) von Larva Labs und den „CryptoKitties” (2017) von Dapper Labs blickt die Ausstellung auf die Anfänge der NFT-Kunst zurück. Diese Projekte öffneten NFTs für eine breitere Öffentlichkeit, indem sie mit Motiven der Identitätsbildung, Sammellogik und digitaler Seltenheit spielten. Im Fokus der Ausstellung stehen On-Chain-NFTs, eine jüngere Art von NFTs, bei denen sich das künstlerische Interesse von digitalen Objekten wie Bildern oder Videos hin zum Algorithmus als Medium verlagert. Beispiele der frühen Computerkunst aus den 1960er-Jahren spannen einen historisch-konzeptionellen Rahmen.

On-Chain-NFTs sind algorithmisch generierte Werke, bei denen sowohl der Besitznachweis als auch das Kunstwerk selbst als Code in einem sogenannten Smart Contract in der Blockchain gespeichert sind. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen künstlerischer Vision und technischen Beschränkungen: Teurer und begrenzter Speicherplatz erfordert einen hochoptimierten Code. Zugleich entsteht eine radikale Form von Permanenz – einmal veröffentlicht, lassen sich die Werke nicht mehr ändern oder löschen. Fehler und Zufälle werden so zum integralen Bestandteil des Kunstwerks.

Gezeigt werden außerdem jüngst entstandene Werke, in denen Künstler:innen mit „Smart Contracts” experimentieren. „Smart Contracts” sind Programme auf der Blockchain, die bei Erfüllung definierter Bedingungen automatisch ausgeführt werden. Diese Programme ermöglichen konzeptuelle Mechanismen wie zeitliche Sperren, geteiltes Eigentum oder Interaktionen zwischen verschiedenen NFTs. So nutzen Künstler:innen etwa Time-Lock-Protokolle, die den Handel mit NFTs zeitlich beschränken. Die Arbeit „The Shell Record: Breathings of the Moon“ (2025) von Anna Ridler ist beispielsweise an die Gezeiten der Themse geknüpft. Das Werk, das ein Bild einer KI-generierten Muschel zeigt, ist nur bei Ebbe vollständig sichtbar und kann auch nur dann verkauft werden. Entgegen dem Technologie-Trend der sofortigen Befriedigung setzt das Werk auf Verlangsamung und Aufmerksamkeit.

Ein NFT (Non-Fungible Token, zu Deutsch etwa „nicht austauschbare Wertmarke”) ist ein digitales Echtheitszertifikat, das in der Blockchain gespeichert wird. Die Blockchain ist ein fälschungssicheres, öffentliches Register im Internet. Ähnlich wie bei analogen Kunstwerken können Künstler:innen mithilfe der Blockchain-Technologie digitale Werke, die in unendlich vielen Kopien herstellbar sind, als Unikate zertifizieren. Die Logik der Verknappung und die Regeln des traditionellen Kunstmarktes werden so in die digitale Welt übertragen.

Die Partnerschaft zwischen dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe) und der EnBW Energie Baden-Württemberg AG besteht seit über 20 Jahren. Beide Institutionen teilen das Interesse an neuen Technologien und deren Einfluss auf Kunst, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein fester Bestandteil dieser Zusammenarbeit ist die jährliche Satellitenausstellung in der EnBW, die jeweils einen Aspekt des ZKM-Programms aufgreift. So knüpft „The Story That Has Just Begun” an die derzeit im ZKM gezeigte Ausstellung „The Story That Never Ends” an. Letztere bietet Einblicke in die bedeutende Medienkunstsammlung des ZKM.

„The Story That Has Just Begun”. Die NFT-Sammlung des ZKM
Bis zum 1. Februar 2026
EnBW-Zentrale, Foyer der EnBW-Konzernzentrale, Durlacher Allee 93, 76131 Karlsruhe