Conrad Meyer, ein Zürcher Barockkünstler, zählte zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Schweizer Kunst des 17. Jahrhunderts.
In Fachkreisen ist er längst bekannt, doch sein Schaffen blieb bis heute eine angemessene Aufarbeitung geschuldet. Nun ist es in einer Museumsausstellung zu entdecken. Anlass dazu gibt die erste umfassende wissenschaftliche Publikation. Im Kunst Museum Winterthur sind Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken zu sehen, vieles davon wird zum ersten Mal überhaupt öffentlich ausgestellt.
Conrad Meyer (1618–1689) leistete auf vielen Gebieten Wegweisendes – von der Landschaftsmalerei über die Zeichnung bis zur Druckgrafik. Dank seines Schaffens, seiner Bildung, seines Netzwerks und seines Ansehens war er die dominierende Künstlerpersönlichkeit im Zürich des 17. Jahrhunderts. Heute ist er weitgehend in Vergessenheit geraten, doch es ist an der Zeit, diese prägende Figur wiederzuentdecken. Die Kabinettausstellung bietet einen umfassenden Einblick in sein Schaffen und lädt dazu ein, sich auf die Spuren dieses Pioniers zu begeben.
Conrad Meyers Repertoire umfasste zahlreiche Gattungen und Techniken: Er malte unzählige Porträts und Landschaften, war ein eifriger Zeichner und ein versierter Kupferstecher. In seinen Zeichnungen zeigt sich sein geschickter Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien: Neben Feder und Bleistift verwendete er auch Aquarell und farbige Tusche, um seine Studien koloristisch auszuschmücken und ihnen mehr Naturtreue zu verleihen. Insbesondere im Bereich der Landschaftsmalerei zeichnet sich Meyer aus. Entgegen den damals in der Schweiz üblichen künstlerischen Traditionen setzte er sich als einer der Ersten mit der heimischen Landschaft auseinander. Er bereiste Gegenden vom Zürichsee bis in die Alpen, um vor Ort zu zeichnen und die Natur zu studieren. Damit gehört er zu den Pionieren der Schweizer Landschaftskunst, auf deren Basis später Künstler wie Alexandre Calame und Ferdinand Hodler ihre Kunst entwickeln konnten.
Conrad Meyer
Pionier des Schweizer Barock
Bis 1. Februar 2026
Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten