28. April 2009 - 3:23 / Ausstellung / Archiv 
24. Januar 2009 3. Mai 2009

Die Ausstellung "Conceptual Games" im Aargauer Kunsthaus gibt erstmals einen repräsentativen Überblick über Alex Hanimanns Text- und Spracharbeiten, die heute einen zentralen Aspekt seines Werks darstellen. Sprache ist für Alex Hanimann immer auch bildnerisches Material, das sinnlich erfahrbar ist − in grossen Wandbildern, Leuchtkästen oder fragilen Papierarbeiten. Sein intelligenter und spielerischer Umgang mit der Sprache stellt die scheinbare Logik unserer Sprachkonventionen in Frage.

Der St. Galler Künstler Alex Hanimann ist hauptsächlich als Maler und Zeichner bekannt. Lange hat das Wechselspiel von Text und Bild seine künstlerische Arbeit bestimmt. Seit den frühen 1990er Jahren gewinnt das Interesse an der Sprache im Werk von Alex Hanimann zunehmend an Bedeutung. Durch das Medium Sprache hat sein künstlerisches Schaffen nicht nur eine wesentliche Ausweitung erfahren, sondern ist um einen Teil reicher geworden, der heute gleichwertig neben den Zeichnungen und der Malerei steht. So sind in den letzten 20 Jahren im Atelier unzählige Arbeiten auf Papier entstanden, aber auch grossformatige Manifestationen als Wandbilder in Ausstellungen und als Kunst am Bau in Zusammenhang mit Architektur.

Nachdruck oder Wiederholung? Bestätigung oder Differenzierung? Alex Hanimanns künstlerische Arbeit kommt derjenigen eines Forschers gleich, der die verschiedenen Qualitäten der Sprache untersucht und dabei ihre Selbstverständlichkeit mit allen Mitteln in Frage stellt. Im Rahmen des weiten Feldes sprachlicher Manifestationen im Bereich der bildenden Kunst nimmt Alex Hanimann einen ganz eigenen Standpunkt ein.

Für diese Ausstellung hat der Künstler sein umfangreiches Konvolut von Textarbeiten in thematische Gruppen unterteilt und eröffnet uns damit Wege in seine Gedanken- und Vorstellungswelt. Der intelligente und spielerische Umgang mit der Sprache ist mit seiner konzeptuellen Arbeitsweise im Bereich der Zeichnung verwandt: So wie er in seinen Zeichnungen mit alltäglichen Motiven irritiert, bricht er auch in den Textarbeiten mit der scheinbaren Logik der Sprachkonventionen. Sprache ist für Alex Hanimann immer auch bildnerisches Material, das sinnlich erfahrbar ist – in grossen
Wandbildern, Leuchtkästen oder fragilen Papierarbeiten.


Publikation: "Alex Hanimann. Textarbeiten", hrsg. von Stephan Kunz. Mit einem Vorwort von Madeleine Schuppli und Beiträgen von Jörg van den Berg, Irène Buffat, Rolf Hengesbach, Peter Hubacher, Stephan Kunz, Gerhard Mack, Norbert Möslang, Hans Ulrich Obrist, Nadine Olonetzky, Hans-Rudolf Reust, Georg Siegmann und Roland Wäspe. Erschienen in der Reihe Binding Séléction d’Artistes. Aargauer Kunsthaus / Verlag für moderne Kunst, Aarau / Nürnberg 2009, 536 Seiten. CHF 68.–

Alex Hanimann - Conceptual Games
24. Januar bis 3. Mai 2009

Aargauer Kunsthaus
Aargauerplatz
CH - 5001 Aarau

T: 0041 (0)62 83523-30
F: 0041 (0)62 83523-29
W: http://www.aargauerkunsthaus.ch/

weitere Beiträge zu dieser Adresse



  •  24. Januar 2009 3. Mai 2009 /
6947-694701.jpg
Textarbeit, 2008. Leuchtkasten; © Alex Hanimann
6947-694702.jpg
Die Ursache der Wirkung, 1998. Acryl auf MDF; © Alex Hanimann
6947-694703.jpg
Textarbeiten im Aargauer Kunsthaus. Papier, Karton, Leuchtkasten; Foto: Joerg Müller, Aarau