27. Mai 2012 - 1:54 / Ausstellung / Archiv 
25. Februar 2012 28. Mai 2012

Er zählt zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts, doch kaum jemand kennt seinen Namen. Er gilt der Kunstgeschichte als Wegbereiter der Malerei des Informel und entzieht sich in der Vielschichtigkeit seiner künstlerischen Existenz doch jeder Kategorisierung. Er verlässt im Jahr 1932 als 19-Jähriger Deutschland, um in Paris am Puls der Kunst der Zeit zu sein. Er wird Teil der Pariser Bohème und bleibt doch immer ein großer Einzelgänger. Denn er kämpft zeitlebens um eine Existenz jenseits des Bürgerlichen und gerät dabei nicht zuletzt in die Wirren des nationalsozialistischen Krieges mit der Kultur Europas.

Alfred Otto Wolfgang Schulze, der sich seit 1937 WOLS nennt, ist eine der schillerndsten Künstlerpersönlichkeiten des vergangenen Jahrhunderts. Im engen Kontakt mit den großen Künstlern und Dichtern des Paris der 1930er Jahre beginnt er seine künstlerische Karriere als Autodidakt mit dem Medium der Photographie. Auf seinen photographischen Exkursionen setzt er das andere Paris ins Bild, indem er die kleinen Wunder, das Abseitige und Fremde jenseits der schillernden Fassaden fokussiert. Als er zu Beginn des II. Weltkrieges, als Deutscher in Frankreich, in unterschiedlichen Internierungslagern zubringen muss, beginnt er zu zeichnen. Es entstehen wundersame Aquarelle, die eine skurril-phantastische Bilderwelt der menschlichen Existenz entwerfen – es entsteht die Idee eines künstlerischen Gegenentwurfs zur Welt – der CIRCUS WOLS.

Eine der bedeutendsten Sammlungen des Werkes von WOLS befindet sich in Bremen in der Privatsammlung von Karin und Uwe Hollweg. Dieses herausragende Konvolut mit über dreißig Arbeiten auf Papier aus allen Schaffensphasen und zwei Bildern wird, ergänzt durch Photographien von WOLS, zum Zentrum einer umfassenden Ausstellung, die von dem Künstler Olaf Metzel, dem die Weserburg im vergangenen Jahr eine große Einzelausstellung widmete, kuratiert wird. In einem künstlerischen Dialog werden die Werke von WOLS konfrontiert und parallel geführt mit Werken anderer bedeutender Künstler. Darunter u.a. James Ensor, László Moholy-Nagy, Marcel Broodthaers, Philip Guston, und Cy Twombly, aber auch Zeitgenossen wie Andreas Gursky, Sergej Jensen, Norbert Schwontkowski und Tatiana Trouvé.

Circus WOLS
25. Februar bis 28. Mai 2012

Weserburg | Museum für moderne Kunst
Teerhof 20
D - 28199 Bremen

T: 0049 (0)421 59839-0
F: 0049 (0)421 505247
E: mail@weserburg.de
W: http://www.nmwb.de/

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  •  25. Februar 2012 28. Mai 2012 /
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Elephant and Boats, um 1939/40. Tuschfeder auf Aquarell auf Papier, aufgezogen auf Karton; © VG Bild-Kunst Bonn, 2012. Karin und Uwe Hollweg Sammlung
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Vascello all?ancora, um 1944/45.Tuschfeder und Aquarell auf Papier; © VG Bild-Kunst Bonn, 2012. Karin und Uwe Hollweg Sammlung
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Ohne Titel, um 1947/48 (Zeichnung mit autobiogr. Text). Tuschfeder auf Papier; © VG Bild-Kunst Bonn, 2012. Karin und Uwe Hollweg Sammlung
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Wols in Champingy-sur-Mare, Portrait, 1951. Foto: Gréty Smith