Christoph Luger - „Weitermalen“

Die Berufsvereinigung Bildender Künstlerinnen und Künstler Vorarlbergs hat in einem Open Call Künstler:innen dazu aufgerufen, das Erdgeschoss im Künstlerhaus im Frühjahr 2026 zu nutzen. Im Vordergrund soll dabei Unfertiges, Verworfenes oder nicht Realisiertes stehen, also kurzum: künstlerisches Schaffen abseits des traditionellen Ausstellungsformats.

Wann ist ein Bild fertig? Diese Frage stellen sich alle Kunstschaffenden. Vor einigen Jahren hat Christoph Luger eine Serie von 50 Tuschebildern auf Papier im Format 250 x 250 cm gemalt. Von einem der Bilder existieren nur noch Fragmente, da es quasi verloren gegangen ist.

Dieses Bild möchte er rekonstruieren, wieder „lesbar“ machen und das Einzigartige darin herausarbeiten. Die vielen Nuancen und Schichten dieses Papierbildes erzählen Geschichten, auch die Geschichte des Bildes selbst. Das Ergebnis wird im Rahmen des Projekts präsentiert und weiteren Bildern der Serie gegenübergestellt. Die Arbeiten werden nicht an der Wand montiert, sondern in den Raum gehängt und somit „begehbar” gemacht.

Der 1957 in Bregenz geborene und in Wien lebende Künstler Christoph Luger arbeitet hauptsächlich mit Papier und Leimfarben. Die intensiven Bearbeitungsprozesse, denen das Trägermaterial Papier ausgesetzt ist, führen zu zahlreichen Verletzungen. Diese wirken wiederum der räumlichen Illusion entgegen, indem sie den Objektcharakter des Kunstwerks hervorheben. Christoph Lugers Arbeitsweise ist die eines zeitgenössischen Freskenmalers, der sein Werk nach dessen Vollendung vom Entstehungsort ablöst und es in eine neue Bildwirklichkeit, ja Bildkategorie, transformiert.

Christoph Luger: „Weitermalen“ im Rahmen des Formats „… im Erdgeschoss“
Eröffnung und Artist Talk: Freitag, 13. Februar 2026, 19 Uhr
13. bis 22. Februar 2026