13. Oktober 2020 - 9:18 / Ausstellung / Malerei 
15. Oktober 2020 7. Februar 2021

Caspar David Friedrich (1774–1840) gilt heute als einer der bedeutendsten Maler des 19. Jahrhunderts und als wichtigster Vertreter der deutschen Romantik. Die rund 130 Werke umfassende Ausstellung im Kunstpalast, Düsseldorf, widmet sich dem sowohl von Kritik als auch von Anerkennung und Wesensverwandtschaft geprägten Verhältnis von Caspar David Friedrich und den Düsseldorfer Romantikern.

Präsentiert wird der aufkommende Geschmackswandel von der Frühromantik bis zu den Anfängen des Realismus. Erstmals tritt die sächsische Landschaftsmalerei in einen Dialog mit den Arbeiten ihrer Düsseldorfer Kollegen.

Etwa 60 Werke Friedrichs werden gemeinsam mit den Arbeiten seiner Dresdener Malerfreunde wie Carl Gustav Carus (1789–1869), Ludwig Richter (1803–1884) und Ernst Ferdinand Oehme (1797–1855) der Malerei der Düsseldorfer Andreas (1815–1910) und Oswald Achenbach (1827–1905), Carl Friedrich Lessing (1808–1880), Johann Wilhelm Schirmer (1807–1863) und weiteren gegenübergestellt.

Zwischen dem Rheinland und Sachsen herrschte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein lebendiger und vielschichtiger Kulturtransfer. Ab 1826 stellte Friedrich zeitgleich mit dem Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, Wilhelm Schadow (1788– 1862), und der frühen Generation der Düsseldorfer Malerschule in verschiedenen landesweiten Akademieausstellungen aus. Laut Friedrich sollte die Naturanschauung eine Ergründung des inneren Selbst ermöglichen; Landschaftsgemälde sollten Natur nicht nur abbilden, sondern Empfindungen wecken, wofür die Rückenfigur bildhaft steht. Seit den späten 1820er Jahren bezogen sich Künstlerkollegen in Düsseldorf und Sachsen auf seine Werke. Allerdings entwickelten die Düsseldorfer in wesentlich großformatigeren Werken zunehmend mehr Dramatik und Pathos, sie erzählten Geschichten und überzeugten mit technischer Raffinesse. Stetig gewann diese Malerei an Einfluss, vor allem auf die Kunstentwicklung an der Elbe, sodass schließlich führende Düsseldorfer Maler als Professoren an die Dresdener Akademie berufen wurden.

In acht Kapiteln, von Atelierszenen bis hin zu den vielfältigen Landschaftsthemen, nähert sich die Ausstellung den Fragen, wie es zur Ablöse der Dresdener Romantik durch die Düsseldorfer Malerei kam und welche gesellschaftlichen Ursachen diesem Geschmackswandel zugrunde lagen. Neben der heimatlichen Landschaft, den Seestücken und vom Mond beschienen Nachtstücken wird das Freilichtstudium in der Natur als Arbeitsweise aufgegriffen. Anhand von Themen wie der Vergänglichkeit als zentrales Sujet der Romantik veranschaulicht die Ausstellung die Weiterentwicklung von der stillen Andacht Friedrichs bis zur gesellschaftskritischen Genremalerei der Düsseldorfer. Andere Gegensätze werden im Vergleich zwischen dem kontemplativen Felsenriff am Meeresstrand von Friedrich und der stürmischen Dramatik in Andreas Achenbachs Ein Seesturm an der norwegischen Küste sichtbar. Bedeutende Leihgaben aus der Alten Nationalgalerie, Berlin, der Hamburger Kunsthalle, dem Folkwang Museum Essen, dem Musée du Louvre, Paris, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe, dem Städel Museum, Frankfurt, dem Thyssen-Bornemisza Museum, Madrid, und etlichen anderen renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen bereichern die umfangreiche Schau.

Caspar David Friedrich und die Düsseldorfer Romantiker
15. Oktober 2020 bis 7. Februar 2021

Museum Kunst Palast
Ehrenhof 4-5
D - 40479 Düsseldorf

W: https://www.kunstpalast.de/

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  •  15. Oktober 2020 7. Februar 2021 /
Caspar David Friedrich, Küstenlandschaft im Mondschein, 1818, Öl auf Leinwand, 22 x 30,7 cm Paris, Musée du Louvre, Department of Paintings © bpk / RMN - Grand Palais / Musée du Louvre, Foto: Jean-Gilles Berizzi
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Carl Friedrich Lessing, Zwei Jäger (Die Freunde Lessing und Schirmer), 1841, Öl auf Leinwand, auf Holz Düsseldorf, Kunstpalast © Kunstpalast, Foto: Horst Kolberg - Artothek
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Andreas Achenbach, Ein Seesturm an der norwegischen Küste, 1837, Öl auf Leinwand, 179 x 272 cm Städel Museum, Frankfurt am Main © Städel Museum–ARTOTHEK
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