Cao Fei - Immersives Gesamtkunstwerk in Form einer Stadt

Die chinesische Künstlerin Cao Fei zählt zu den prägenden Stimmen ihrer Generation. Für ihre erste Einzelausstellung in der Schweiz verwandelt sie das Kunstmuseum Basel in ein immersives Gesamtkunstwerk in Form einer Stadt, in der eindrucksvolle Installationen und Videowelten aus ihren letzten zwanzig Schaffensjahren verschmelzen.

Cao Fei (* 1978 in Guangzhou) ist eine unbestrittene Pionierin im Erschaffen digitaler Welten. Ihre frühen Werke haben eine ganze Generation von Künstler:innen in Asien und darüber hinaus beeinflusst. Seit über zwei Jahrzehnten beschäftigt sie sich in ihren Arbeiten – von Videoinstallationen über digitale Simulationen bis hin zu Virtual-Reality-Settings – mit den Auswirkungen gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche auf das menschliche Leben. Dabei nimmt sie eine Vorreiterrolle im Denken über Kunst, Medien, Technologie und Zukunft ein.

Ihre Videos, virtuellen Realitäten und gamebasierten Umgebungen sind in Fabriken, Traumlandschaften und Zukunftsvisionen verortet. Sie thematisieren Arbeit, Veränderung sowie die seltsame Schönheit einer globalisierten Welt und verhandeln entlang dieser Themen Fragen von Identität, Körperlichkeit und Erinnerung. Cao Fei interessiert sich für den Einfluss, den Wirtschaftswachstum, technologische Entwicklung und Globalisierung auf unsere Gesellschaft haben, ohne dabei in Zukunftspessimismus zu verfallen. Den Kern der Ausstellung im Kunstmuseum Basel | Gegenwart bilden wegweisende Werke wie „Whose Utopia” (2006), „RMB City” (seit 2007), „Asia One” (2018), „Nova” (2019), „Oz” (2022) und die „Hip-Hop-Serie” (seit 2003).

Besonders bemerkenswert ist Cao Feis Fähigkeit, spekulative und surreale Elemente in den Kontext der Realität einzubinden. Dies wird in aufwändigen Installationen verstärkt, welche Elemente der Videos im Ausstellungsraum materialisieren und die Grenze zwischen physischem und virtuellem Raum weiter auflösen.

Cao Fei
Testimonies to the Near Future
30.05.–11.10.2026