2. November 2019 - 11:31 / Ausstellung / Fotografie 
25. Oktober 2019 5. Januar 2020

Mit grosser Neugier untersucht Baker seine Umwelt. Für seine erste Einzelausstellung, im Rahmen des 11. Manor Kunstpreis Kanton Zürich, zeigt er eine intime fotografische Langzeitstudie über Äpfel, die an Vanitas-Stillleben erinnert – und sie gleichzeitig konstant unterläuft.

Die Beobachtung der Natur prägt die künstlerische Praxis von Brigham Baker (geb. 1989). Er ist fasziniert von ihrer Diversität, den unzähligen Mikrosystemen und deren Fähigkeit sich laufend zu verändern und anzupassen. Demgegenüber stehen funktionale und logischmathematische Systeme, welche die Gesellschaft tiefgreifend verändern. Bakers Kunstwerke verbinden Natur und Kultur, die wir geneigt sind als konträr oder zumindest als dual wahrzunehmen. Seine Tätigkeiten als Imker und urbaner Gärtner bilden sowohl die Grundlage für die genaue Beobachtung von Tieren und Pflanzen und ihrer Selbstorganisation als auch deren Kultivierung. Oft verwendet er Materialien, manchmal sogar Pflanzen oder Mikroorganismen, an denen Zeit und Veränderung ablesbar sind. In einem kurzen poetischen Moment erleben die Betrachtenden so die erfinderische Natur und die Regulierung durch Kultur gleichzeitig. Gerade in Ausstellungssituationen zeigt sich jedoch auch die Dichotomie dieser beiden Systeme deutlich.

Für seine erste Einzelausstellung in einem Museum, im Rahmen des 11. Manor Kunstpreis Zürich 2019, hat Brigham Baker eigens eine Fotoarbeit erarbeitet. Sie zeigt Nahaufnahmen von Äpfeln, während sie am Baum hängend reifen und langsam verfaulen. Aus der Langzeitstudie ist eine intime, autobiografisch gefärbte Arbeit entstanden, die sich mit Zeit, Veränderung und Vergänglichkeit auseinandersetzt. Dabei werden Anklänge an klassische Vanitas-Stillleben wachgerufen und zugleich unterlaufen. Auch der Titel der Ausstellung Schmetterlinge verweist sowohl auf das Genre der Stillleben als auch auf die Unvorhersehbarkeit von nichtlinearen dynamischen Systemen, wie sie klassischerweise in der Natur vorkommen.

Manor Kunstpreis Kanton Zürich
Der Manor Kunstpreis ist einer der wichtigsten Förderpreise des zeitgenössischen Kunstschaffens in der Schweiz. Der Preis wurde 1982 in Luzern ins Leben gerufen. Er wird von einer Fachjury jährlich in sechs Schweizer Städten verliehen, wobei sich Aarau, Basel, Biel, Chur, Genf, Lausanne, Luzern, Lugano, Schaffhausen, Sion, St. Gallen und Winterthur im Zweijahresrhythmus abwechseln. Ein Blick auf die Liste der Preisträger zeigt, dass der Manor Kunstpreis zum internationalen Durchbruch einer ganzen Reihe von Künstlern, wie zum Beispiel Luciano Castelli (Luzern 1984), Silvia Bächli (Aarau 1990), Marie José Burki (Genf 1993), Pipilotti Rist (St. Gallen 1994), Yves Netzhammer (Schaffhausen 1998), Christoph Büchel (St. Gallen 2000) oder Lena Maria Thüring (Basel 2013) beigetragen hat.

Brigham Baker. Schmetterlinge
25. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020
Kurator: Lynn Kost

Kunstmuseum Winterthur
Museumstrasse 52
CH - 8400 Winterthur

T: 0041 (0)52 267-5162
F: 0041 (0)52 267-5317
E: info@kmw.ch
W: http://www.kmw.ch/

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  •  25. Oktober 2019 5. Januar 2020 /
Brigham Baker, Apple, 2019, C-Print 170 x120 cm
Brigham Baker, Apple, 2019, C-Print 170 x120 cm
Brigham Baker, Apple, 2019
Brigham Baker, Apple, 2019, C-Print 170 x120 cm
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