Birgit-Jürgenssen-Preis 2026 geht an So Young Park

Die Künstlerin So Young Park erhält den mit 5.000 Euro dotierten Birgit-Jürgenssen-Preis 2026.
Sie überzeugte die Jury mit dem poetischen Ansatz ihrer Performances. In der Interaktion mit ihren filigranen Skulpturen entwickelt sie eine künstlerische Praxis, die das Verhältnis zwischen Körper und Objekt konsequent hinterfragt und neu auslotet.

Die Akademie der bildenden Künste Wien vergibt den Preis seit mehr als zwei Jahrzehnten in Kooperation mit dem Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) und der Galerie Hubert Winter. Mit dem Preis werden im Gedenken an die österreichische Künstlerin und Lehrende an der Akademie Birgit Jürgenssen Arbeiten aus den Bereichen Video- und (digitale) Medienkunst, Zeichnung, künstlerische Fotografie, Skulptur und Malerei ausgezeichnet.

Mit dem Preis werden jährlich Studierende ausgezeichnet, deren Arbeiten durch besondere künstlerische Qualität und eine reflektierte Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Fragestellungen überzeugen. Zugleich ist der Preis Ausdruck der langjährigen Kooperation zwischen der Akademie der bildenden Künste Wien, dem BMWKMS und der Galerie Hubert Winter.

Die Jury würdigt die diesjährige Preisträgerin, So Young Park, für eine künstlerische Praxis, die einen poetischen Ansatz mit performativer Feinheit und skulpturaler Präzision verbindet. In ihren Arbeiten setzt sie Körper und Objekte in neue, sorgfältig komponierte Relationen und versteht Skulptur als etwas Prozessuales, das erst durch Handlung, Berührung und zeitliche Dauer aktiviert wird. Dabei bezieht sie auch das Publikum mit ein, dessen Wahrnehmung und körperliche Präsenz den Arbeiten eine zusätzliche Dimension verleihen.

Zentral in So Young Parks Werk ist das Verständnis von Emotion als Bewegung, als Gefüge von Erinnerungsfragmenten, das sich im performativen Moment immer wieder neu ordnet. Metallene Strukturen, textile Elemente und klangliche Setzungen wirken dabei wie Spuren vergangener Begegnungen und verweisen auf Erinnerung als etwas, das nicht bewahrt, sondern im Akt des Wiederholens und Überschreibens fortwährend rekonstruiert wird.

Die opulente und zugleich feingliedrige Materialität ihrer Arbeiten unterstreicht diese Dynamik. Die skulpturalen Elemente ihrer Settings erscheinen nicht bloß als Requisiten, sondern als eigenständige Akteur:innen, die Handlung ermöglichen und Widerstand leisten. So Young Park reflektiert konsequent das Verhältnis zwischen Körper und Objekt. Darin erkennt die Jury eine Weiterführung zentraler Fragestellungen im Werk von Birgit Jürgenssen: die Auseinandersetzung mit dem Körper, mit Rollenbildern und materiellen Zuschreibungen. Darauf aufbauend entwickelt So Young Park eine eigenständige künstlerische Sprache.