Benjamin Nagy – Perpetuum Mobile

Benjamin Nagy, der den Parallel Vienna Bildrecht Young Artist Award 2025 erhalten hat, konzipiert den Bildraum 01 als temporäres Archiv einer konservierten Friedensgeste. Damit eröffnet er einen Reflexionsraum, in dem die Komplexität und Fragilität des menschlichen Zusammenlebens sichtbar werden.

Der Titel „Perpetuum Mobile” fungiert dabei als konzeptuelle Klammer. Die Idee einer Maschine, die sich ohne Energiezufuhr in permanenter Bewegung hält, wird zur Metapher für Frieden als vermeintlich selbstverständlichen Zustand. Tatsächlich bleibt Frieden jedoch nur dort bestehen, wo er kontinuierlich hergestellt, gepflegt und erneuert wird.

In einer Gegenwart, die aktuell von einer Vielzahl bewaffneter Konflikte geprägt ist, hisst Benjamin Nagy eine weiße Flagge in einer Glasvitrine und lässt sie unentwegt im Wind wehen. Hermetisch abgeschlossen bewahrt der Innenraum des Objekts eine eigene Atmosphäre, die sich der unmittelbaren körperlichen Erfahrung entzieht. Die unaufhörliche Bewegung der Flagge macht den Wind sichtbar, ohne dass man ihn spüren kann. Die Arbeit untersucht somit die Schwelle zwischen Beobachtung und Betroffenheit sowie zwischen visueller Wahrnehmung und körperlicher Erfahrung. Sie stellt die Frage, wann eine entfernte Realität zu einer unmittelbaren Erfahrung wird – und ob Berührung die Voraussetzung für Empathie und Anteilnahme ist.

Benjamin Nagy, geboren 1997 in Budapest, Ungarn, lebt und arbeitet in Wien.

Benjamin Nagy
Perpetuum Mobile
Bis zum 15. Oktober 2026
Eine Kooperation der Bildrecht mit Parallel Vienna
9.–13.9.2026, parallelvienna.com